Schwerverkehr im Wohnviertel

Bewohner der Landsturmstraße und Otto-Nussbaumer-Straße in Salzburg-Itzling kamen unlängst neuerlich zu einer Aussprache ins Schloss Mirabell.

Mit Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler, Beamten des Verkehrs- und Planungsamts ging es um eine seit Jahren hin- und hergewälzte Problematik: Im Wohnviertel donnert der Schwerverkehr zweier Betriebe vorbei. Das größte Ärgernis dabei: Die Lösung wäre einfach und würde die Stadt nicht mehr als eine Fahrverbotstafel ab 3,5 Tonnen ohne Ausnahme kosten. Bislang gelten das Gewohnheitsrecht und das Kostenargument mehr als das Recht auf Lebensqualität.

Ab 4.30 Uhr bis Mitternacht

Mehr als 70 Regionalbusse der ÖBB-Postbus GmbH verlassen täglich die Garage an der Andreas-Hofer-Straße zur Anfahrt zum Hauptbahnhof. Statt jedoch nach 100 Metern rechts in die breit ausgebaute Rosa-Kerschbaumer-Straße einzubiegen, drehen sie links ab, um den Schleichweg durch die Landsturmstraße zu nehmen: Der erste um 4.30 Uhr, die letzten nach Mitternacht – an 365 Tagen im Jahr. Bis dato sind auch die Tankzüge und Lastfahrzeuge der benachbarten Salzburg Milch so gefahren, wenn sie ins Land ausschwärmen. Aber auch riesige Sattelzüge mit internationalen Kennzeichen verirren sich bei der Zufahrt zum Milchhof und starten dann wilde und laute Wendemanöver.

Salzburg Milch lenkt ein

Nun überrascht das Management der Salzburg Milch mit einer großzügigen freiwilligen Wende: Man werde nicht mehr durch die Landsturmstraße fahren, sondern den kleinen Umweg über den nördlichen Kreisverkehr nehmen. Der Grund ist das Linksfahrverbot bei der Ausfahrt, das wegen der Gleiskörper der Lokalbahn erlassen wurde. Dass die stark frequentierte Kreuzung dennoch nicht funktioniert, ist im Verkehrrechtsamt bestens bekannt: Wenn die Fußgänger, darunter viele Schüler, „Grün“ haben, fahren wegen der seltsamen Ampelschaltung immer noch Autos über den Schutzweg.

„Es ist unerträglich“, sagt Anrainer Peter Tutschku. Was den früheren 8111-Chef und WKS-Funktionär besonders ärgert: „Der frühere Magistratsdirektor Josef Riedl, der um die Ecke wohnt, hat nicht nur ein Fahrverbot, sondern jetzt auch noch 20 Parkverbotstafeln vor dem Busareal bekommen, obwohl das Amt das zunächst abgelehnt hat.“

Busse blasen mit 65 km/h Tutschku hat mit privaten Messgeräten Geschwindigkeiten der Busse von bis zu 65 km/h gemessen und eine Lärmentwicklung von „83 bis 92 Dezibel“. Das Einbiegen in die Elisabeth-Straße erfolgt außerhalb der StVO: weit nach links in die Gegenfahrbahn ausschwenkend, oftmals noch den Gehsteig einnehmend, drehen die schweren Busse sich nach rechts. Für Postbus-Verkehrsleiter Johannes Praniess ist der Schleichweg dennoch „unverzichtbar“. Ressortchefin Unterkofler will nun ein Lkw-Fahrverbot erlassen – mit Ausnahme der Busse. „Man kann die Busse nicht auf eine Schleife schicken.“

Von Sonja Wenger

Am Foto: Der Schleichweg durch die Landsturmstraße: Gewohnheitsrecht. Bild: Sonja Wenger

1 Kommentar

  1. Robert Hutya Antworten

    Seltsame Ampelschaltung!

    Im Grunde nichts Neues!

    Den Bürger bekämpfen, behindern, verorschen… beeinträchtigen..

    Eine einscheidungsunfähige Quatsch-Magistrat…

    Wie gehabt, seit Jahren donnert der Schwerverkehr!

    Irgendwann passiert ein Unfall,.. wos, wiaso, hätten’s bessa aufpasst… Mia homm do wos ma kennan…

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