Die Kraft der Freiheit

Neues Album: Die Salzburger Singer/Songwriterin Nigrita lässt los und wendet sich dem Soul zu.

Eine Band gibt Sicherheit, verspricht Kontinuität, ein gemeinsames Ziel. Maria-Pilmaiquén Jenny, besser bekannt als Nigrita, braucht das nicht. Nicht mehr. Die Salzburger Singer/Songwriterin sucht sich jetzt, was gerade zu ihren künstlerischen Vorstellungen passt. Als Tänzerin an der SEAD ausgebildet, bewegt sie sich auch musikalisch als Freigeist durchs Leben.

Auf diesem Weg bestärkten sie zwei Auflandsaufenthalte. 2015 ging sie mit ihrem ersten Soloprogramm auf Islandtour, im Frühjahr dieses Jahres spielte sie eine Tour in Portugal. Beides prägte sie, erklärt sie: „Lissabon ist so multikulturell und die Musiker sind so interessiert am Austausch und voller Neugier und Lust auf Experimente, so dass die Stadt nur so boomt mit neuen Genres aus Mischungen von Afrobeat, Jazz, Soul, Samba, Dub, Reggae, HipHop, Soul, Psy, Trance, Elektronik, Rock und Pop.“ Es sei für sie als Musikerin und Künstlerin derzeit der beste Ort, antwortet sie per E-Mail aus Lissabon.

Auf ihrem neuen Album „Out of the Blue“ klingt sie denn auch gereift. Ihre prägnante, ausdrucksstarke Stimme berührt, Nigrita orientiert sich jetzt stärker in Richtung Soul, ohne ihrem Ursprung im Reggae und Offbeat zur Gänze zu entsagen.

Das „Blue“ im titelgebenden Song verweist nicht auf ein Jazzalbum, wie man meinen könnte, Nigrita verwendet es als Synonym für das Meer. „Meer und Wasser repräsentieren für mich die Schöpfungskraft. Ich möchte die Zuhörer inspirieren, zu träumen, zu fantasieren und zu kreieren“, erklärt sie. ,Out of the blue’ bedeute ja aus heiterem Himmel. „Unerwartet und aus dem Nichts kommen mir meist die Ideen zu meinen Songs und Projekten.“

Gereiftes Songwriting, ausdrucksstarker Gesang

Für das neue Album holte sich Nigrita ihren Bruder Camillo-Mainqué Jenny an den Drums und Raphael Schwarzacher (Moby Stick) als Sänger und Bassisten an Bord. „Mit 16 Jahren war die Vorstellung, mit meinem älteren Bruder zu spielen, ziemlich uncool“, gesteht Nigrita. Das war damals die einzige Kritik ihrer Mutter. Jetzt, wo sie auf diese gehört hat, weiß sie: „Es war eine der besten Entscheidungen für mein kreatives Schaffen.“ Mit ihm und Raphael verstünde sich sich lachend, intensiv und mit Respekt.

Als Tänzerin ist für Nigrita die Bühnenpräsenz keine Herausforderung. Musik und Tanz existieren für sie nicht unabhängig voneinander. Jeder Sänger bewege sich, jeder Tanz brauche Rhythmik. Was sie in ihrer Tanzausbildung lernte, beeinflusse sie beim Songschreiben, sagt Nigrita. „Meine Kompositionen fallen oft aus den üblichen Taktformen und folgen manchmal riskanteren Timings und Strukturen.“ Das tut den Songs gut, ohne ihnen die Emotionalität zu nehmen. Das hat seinen Grund: Nigrita versteht Musik zuallererst als „die Sprache der Emotionen“.

Termine & Albumkauf
  • Album Release: 13.12., 20.30 Uhr, Winterfest, Volksgarten
  • Rockhouse-Academy-Workshop „Body as an Instrument“: 11.12., 18.30 Uhr, Rockhouse, kostenlos
  • CLUB 101 – Rub a Dub Conference: 21.12., 21 Uhr, Rockhouse, mit Nigrita u. a.
  • Album erhältlich via Download auf www.nigrita.net

Von Petra Suchanek

BILD: Marta Viana

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