Auch die Dietrich war da

2020 feiern die Festspiele ihr 100-Jahr-Jubiläum. Werfen Sie mit uns einen Blick zurück – mit alten Festspiel-Impressionen in Kalenderform.

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele gestaltete das Stadtarchiv einen Kalender mit Festspielmotiven des Salzburger Pressefotografen Franz Krieger (1914 bis 1993). Dessen Bilder zählen zu den wichtigsten Beständen des Stadtarchivs, die geschlossen erhaltene Sammlung umfasst mehr als 35.000 Negative, schreibt Stadtarchiv-Leiter Peter F. Kramml im Nachwort.

Bei der Auswahl konzentrierte sich Kramml auf die 1930er Jahre. Hierbei war ihm wichtig aufzuzeigen, wie viele der Künstlerinnen und Künstler im Zuge des Nationalsozialismus emigrieren mussten, erklärt er auf SF-Anfrage. Die Dirigenten Arturo Toscanini und Bruno Walter beispielsweise, aber auch Kammersängerin Lotte Lehmann, Opernsängerin Jarmila Novotná, Kammersängerin Lotte Schöne, die sich in einem Dorf in den französischen Alpen versteckte, oder Festspielgründer Max Reinhardt. Marlene Dietrich, die Krieger im August 1937 ablichtete, engagierte sich gegen das Naziregime.

Doch ist es kein Aufmarsch der Vertriebenen, im Fokus bleiben die Festspielimpressionen, wie der Titel kundtut. Auf den Kalenderblättern findet sich daher auch „Jedermann“ Attila Hörbiger, der sich mit dem Nazi-Regime arrangierte.

Franz Krieger selbst arbeitete nach dem „Anschluss“ im Auftrag der Nationalsozialisten. Dadurch blieben der Nachwelt wertvolle Zeitdokumente erhalten, etwa von der Bücherverbrennung am Residenzplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentierte Krieger den Wiederaufbau und die Zeit des Wirtschaftswunders.

Kalender erhältlich im Haus der Stadtgeschichte, Glockengasse 8 oder auf www.stadt-salzburg.at

Am Foto (Bildausschnitt): Marlene Dietrich besuchte im August 1937 die Festspiele und ließ sich mit Gatten Rudolf Sieber vor ihrem Auto am Residenzplatz fotografieren.

Bilder (2): Stadtarchiv Salzburg / Fotoarchiv Franz Krieger

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