Reisen wie Indiana Jones

Salzburger Paar suchte Felsbilder – und bannte sie in Kalenderform. Der Erlös aus dem Verkauf geht an ein Friedensdorf im Südsudan.

Dasselfliegen spritzen ihre Eier in die Augen von Wildschafen. Hat man Pech, wird der Mensch als „Fehlwirt“ beschossen. Das führt zu schlimmen Augenentzündungen. „Zum Glück hat es bei mir nur die Brille erwischt“, lacht Clemens Scheidhammer. Der Salzburger Werbefachmann war mit seiner Frau Karin diesen März im Dreiländereck von Ägypten, Libyen und dem Sudan unterwegs.

Clemens und Karin Scheidhammer beim Kartenspielen mit lokalen „Guides“.

Ihr Ziel: das Uweinat-Gebirge. „Bei Saharareisenden steht der Jebel Uweinat an erster Stelle. Da muss man einmal gewesen sein“, erklärt Scheidhammer, der Afrika seit Jahren abseits der abgetretenen Pfade bereist. Was den Ort besonders macht? Auf dem Bergplateau finden sich Gravuren und Felsmalereien, die auf 2000 bis 8000 Jahre geschätzt werden.

Schon lange stand der Jebel Uweinat auf der Liste der Scheidhammers, doch die Einreise war aufgrund des Libyenkriegs, der Schmugglerrouten etc. zu gefährlich. Im Moment sei jedoch „ein gutes Zeitfenster“, das die beiden nutzten. Sie reisten nicht allein, sondern schlossen sich einer Expedition des Ungarn András Zboray an, der die Felsbilder seit zwei Jahrzehnten erforscht.

Rinder-Abbildungen mit Regenwolken und Sternen, rechts oben Giraffen und eine Schildkröte.

Die Einreise über Ägypten sei heute verboten, der Sudan die bessere Wahl. „Wir hatten einen lokalen Guide, der wusste, wo es gefährlich war. Manche Orte haben wir umfahren.“ Dieser wusste auch, wo man Diesel bekommt. Denn zum Tanken braucht man wegen der Versorgungskrise staatliche Genehmigungen, der Schwarzmarkt floriert.

Bei der dreitägigen Anreise im Auto standen Pannen auf der Tagesordnung. Mehrmals blieben die Fahrzeuge im Sand stecken, beim Rückweg gab das Versorgungsauto den Geist auf. Kein Honiglecken war zudem der dreitägige Aufstieg durch die Steinwüste mit 20 Kilogramm Marschgepäck, Wasserdepots inklusive.

Doch die Mühen waren es wert: „Wir haben dort wirklich neue Felsbilder entdeckt“, sagt Scheidhammer stolz. Deren Alter verrät nicht nur der Stil, sondern auch das Motiv. Sind Giraffen abgebildet, zählten die Malereien zu den älteren, da die Sahara noch grüner war, später kamen die Rinderherden. Bilder mit Kamelen verwiesen auf neueren Ursprung.

Autopannen standen an der Tagesordnung…

Benefizprojekt für Südsudan

Das Fotografieren der Felsbilder stellte eine Herausforderung dar: „Man konnte viele der Höhlen nur kriechend oder gebückt erreichen. Und die Lichtverhältnisse waren schwierig.“ Dennoch sind Scheidhammer beeindruckende Aufnahmen gelungen. Aus diesen hat er – wie die Reisen zuvor – einen Kalender gestaltet.

Der Erlös aus dem Verkauf geht an das Friedensdorf Kuron im Südsudan. Die Scheidhammers werden dort auf Einladung des Gründers, Bischof Paride Taban, Weihnachten verbringen – und passend zum Fest dringend benötige Babykleidung für die Geburtsklinik mitnehmen.

Kalender 2020 erhältlich um 20 Euro, bei Motzko Reisen, Rainerstraße 19 bzw. im Studio 3, Strubergasse 26, 5020 Salzburg, Tel. 0662-432222, c.scheidhammer@studio3.at

Alle Bilder: Clemens Scheidhammer

  • Felszeichnungen thronen über dem Tal.
  • Figuren und versteinerte Bienennester in einem Gesamtkunstwerk.
  • Clemens und Karin Scheidhammer am Weg zum Jebel Uweinat.
  • Nicht mehr weit zum Jebel Uweinat ...