So ein Sauerhonig kräftigt das Immunsystem

Der Sauerhonig ist ja an sich schon ein Immunstärker, der schwer zu übertreffen ist.

Der besteht einerseits aus gutem Honig und andererseits aus dem Obstessig, meistens Apfelessig, mit unglaublich vielen verschiedenen Bakterien. Der Vorteil gegenüber einem Weinessig ist, dass der Most als Ausgangsprodukt ja nur zwischen 5 und 8 Volumsprozent Alkohol hat. So ist die konservierende Wirkung vom Alkohol nicht so stark und lässt mehr Mikroorganismen überleben. Die Säuremenge im Essig entspricht ungefähr dem Alkoholgehalt vorher.

Wer den Sauerhonig für die Erkältungszeit noch aufpeppen möchte, der kann das mit einigen Zutaten ganz einfach machen. Zuerst nehmen wir etwas Scharfes, Knoblauch und Krenwurzel etwa. Eine Knoblauchzehe quetschen und ein kleines Stück Krenwurz schälen und würfeln. So bringen wir immunstärkende Lauchöle und Senföle in den Sauerhonig. Die sind da drinnen zwar nicht so stabil wie im Schnaps, aber die nächsten kalten Wochen halten sie schon durch.

Dann bietet sich noch der Thymian an, ein Teelöffel aus der Gewürzschublade reicht da schon aus. Einige Wacholderbeeren mit Gerbstoffen sollten nicht fehlen, die werden auch leicht angequetscht. Eine halbe Zimtrinde und ein Teelöffel Gewürznelken werden ebenfalls gebrochen und zerdrückt, damit der Essig die Pflanzenwirkstoffe noch besser heraus bringt.

Alle diese Zutaten übergießen wir mit einem Viertelliter Apfelessig. Am besten ist einer, der ganz natürlich vergoren und kalt abgefüllt wurde. Dann heißt es wieder einmal warten, mindestens zwei Wochen dauert das. Nach dem Abseihen kommt dreimal soviel Honig dazu und der Sauerhonig ist fertig. Dieses Rezept geht in Richtung Pestessig, einer alten Rezeptur aus Frankreich. Angeblich wurden Plünderer zu Zeiten der Pest nicht angesteckt, weil sie innerlich und äußerlich so einen Kräuteressig verwendet haben. Das ist also einen Versuch wert!

Karin Buchart ist Kräuter- und Heilpflanzenexpertin sowie Ernährungswissenschafterin, www.buchart.at

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