Es fehlt nicht nur an Fachkräften

Der Satz klang harmlos. Er war trotzdem erschreckend.

Da saß er. Zufrieden. Ein erfolgreicher Pongauer Unternehmer. Zwangsläufig tauchte das Thema Mitarbeiter auf. Immerhin sind es in den touristischen und landwirtschaftlichen Betrieben seiner Familie 60.

Die gilt es Jahr für Jahr, Saison für Saison zu finden. Das wird immer schwieriger. Denn, so stellte er nüchtern fest: Viele Branchen plage nicht nur der Mangel an Fachkräften. Es sei mittlerweile „sehr schwer geworden überhaupt Arbeitskräfte zu bekommen“. Mit ein Grund: akuter Lehrlingsmangel.

Parallel dazu zeigt ein Blick auf den aktuellen Universitätsbericht der Statistik Austria den Anstieg der Studierenden an unseren Unis bis 2035 von 370.000 auf 423.000. Da tut sich eine Schere auf. An der leiden Wirtschaft und Gesellschaft: Klein- und Mittelbetriebe können kaum mehr wachsen. Zugleich kehren Studierende den Regionen dauerhaft den Rücken, weil es „dahoam“ keine adäquaten Berufe gibt.

Fazit: Dörfer und Kleinstädte bluten aus. Im Gegensatz entpuppt sich eine Lehre „dahoam“ aber oft als kluge Entscheidung.

Von Heinz Bayer