Leere Räume in Salzburg mit Kunst füllen

Der Verein „Super“ vermittelt Leerstand in Salzburg an Künstler. Davon profitieren auch die Eigentümer.

Die ehemalige Boutique in der oberen Linzer Gasse würde derzeit leer stehen. Wären da nicht Stefan Heizinger und seine Kollegen vom Verein „Super“. Sie vermitteln Leerstand in Salzburg, zumeist an Kulturschaffende. In jenen Räumen in der Linzer Gasse 72 präsentiert nun der Künstler Günter Konrad seine Werke. Zudem nutzt Sängerin Anita Biebl den Raum, um Musikunterricht zu geben.
Nur wenige Häuser weiter teilen sich gleich drei temporäre Mieter ein leerstehendes Geschäftslokal – ebenfalls vermittelt durch den Verein „Super“. Auf 200 Quadratmetern sind in den vergangenen Sommermonaten die „Freakadellen“, ein Verein für elektronische Musik, die Radlobby und der Skateshop „4 Seasons“ vorübergehend eingezogen.

Stefan Heizinger vom Verein „Super“ und Angestellte des Skateshops „4 Seasons“ Melissa Egger.   Bild: Anna Boschner

Rückblick: Es ist Anfang August. Vor eben jenem ehemaligen Geschäftslokal steht eine Traube von Menschen. Sichtlich gut gelaunt sprechen sie Passanten an und laden sie zur Ausstellungseröffnung ein. Drinnen: Skulpturen und Performances zum Thema Identität. Im Untergeschoß befindet sich eine Laserinstallation. Die temporäre Ausstellung trägt den Namen „Strike Gently Away“. Vereinschef von „Super“, Stefan Heizinger, klärt auf: „Wir verleihen die Räume auch tage- oder wochenweise an Künstler. Je nach Bedarf.“ Der Eigentümer des ehemaligen Geschäftslokals und auch der Boutique nebenan ist die GSWB-Tochterfirma KgL.

Mieter bewahren leere Räume vor dem Verfall

Der Verein vermittelt zwischen Raumsuchenden und Eigentümern von Leerstand. Heizinger betont jedoch: „Wir sind kein Immobilienbüro.“ Vielmehr bezeichne sich der Verein als „Motor für die Zwischennutzung“. Daher auch der Name des Vereins. Als ’superintendent’ wird im Englischen der Hausmeister bezeichnet. „In dieser Funktion verwalten wir den Leerstand.“
Der Vorteil für Kunstschaffende liegt auf der Hand: Sie können sich einen Raum günstig „leihen“. Die Miete zahlen sie über den Vereinsbeitrag. „Dieser richtet sich individuell nach den Einnahmen der Mieter und soll ungefähr die Betriebskosten decken.“
Doch auch die Eigentümer selbst profitieren von der Zwischennutzung. „Sie sparen sich die Nebenkosten“, sagt Heizinger. „Zudem halten die Mieter die Räume instand.“ So arbeiten die derzeitigen Mieter in der Linzer Gasse 72 daran, den muffigen Kellerwänden die Feuchtigkeit zu entziehen und leisten auch sonstige Reparaturarbeiten.
Der Verein erhält Förderungen von der Stadt und dem Land Salzburg. Barbara Köstler-Schruf von der Kulturabteilung der Stadt: „Wir sind stolz, dass sich mit dem Verein ’Super’ jemand gefunden hat, der Leerstände vermittelt. Der Verein hat sich sehr gut entwickelt.“

Anna Boschner