Im „Frauenjob“ glücklich

Zwei Salzburger Männer erzählen von ihren beruflichen Erfahrungen als Kindergärtner und Seniorenbetreuer.

Mit Lärm muss man schon umgehen können. „Sonst bist du im Kindergarten falsch“, lacht Florian Sauseng, der einzige Mann unter den Leiterinnen der Salzburger Stadtkindergärten. Auch erfordere sein Beruf mehr Kraftaufwand als mancher denke, sagt Sauseng. Insgesamt aber sei Kindergartenpädagoge ein cooler Beruf. „Alles ist so lebhaft und abwechslungsreich. Im Gegensatz zu Büro oder Fabrik ist hier jeder Tag anders“, so Sauseng.

Kinder ein Stück weit auf ihrem Lebensweg zu begleiten, sei etwas ganz Besonderes. Sauseng: „Wenn sich ein Kind freut, weil es von einem Tag auf den anderen den Reißverschluss zumachen kann oder einem ein selbst gemaltes Bild schenkt, da weiß man, dass man im richtigen Job ist.“

Viele Männer unterschätzten den Beruf. Dabei würden, glaubt Sauseng, gemischte Teams im Kindergarten für mehr Vielfalt und eine aufgelockerte Stimmung sorgen.

Mit Senioren arbeiten

Mehr Männer im Team wünscht sich auch Brigitte Wohlzog-Hubbauer. „Unsere Gäste schätzen das sehr“, sagt die Leiterin des Rotkreuz-Seniorentageszentrums Rauchgründe in Salzburg. Der einzige männliche Seniorenbetreuer ist nicht mehr wegzudenken. „Die Arbeit mit alten, dementen Menschen gehört besser bezahlt und ist herausfordernd, aber sehr bereichernd“, sagt Gernot Kvas.

Er war lange im Einkauf tätig. Als sein Arbeitgeber zusperrte, machte er die Ausbildung zum Sozialbetreuer. Kvas: „Die Erinnerung an meine Zivildienstzeit beim Roten Kreuz gab den Ausschlag dafür.“ Schon da habe habe er gerne mit alten Menschen gearbeitet.

In welchen Situationen merkt er, dass er den richtigen Beruf gewählt hat? Kvas: „Wenn es zwischen unseren Besuchern und den Angehörigen schwierig ist und ich vermitteln kann.“ Und immer dann, wenn die Senioren zwischen Frühstücken, Spiele spielen und Vorlesen aus ihrem Leben erzählen. Kvas Tipp für Buben: „Geht am Boys Day in Einrichtungen und schaut euch die Arbeit dort einmal an.“

Am 14.11. schnuppern

Am Boys Day können Buben ab 12 Jahren in soziale, erzieherische und pflegerische Berufe hineinschnuppern. Dutzende Kindergärten und Senioreneinrichtungen öffnen an diesem Tag ihre Pforten. Im Vorjahr blieb allerdings die Hälfte der 383 Schnupperplätze frei. Zum Einzelschnuppern kamen gar nur 13 Buben. „Wir wünschen uns, dass Schulen ihre Schüler noch mehr zur Teilnahme am Boys Day aufrufen“, wünscht sich Salzburg-Koordinator Thomas Kraft.

Berufs-Schnuppertag „Boys Day“, 14.11. www.boysday.at

Von Sabine Tschalyj

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