Gesundheits- und Schönheitsbooster

Langsam aber sicher kommt die kalte Jahreszeit: Ein Saunabesuch hat zahlreiche positive Effekte.

46 Prozent der Österreicher gehen zumindest fallweise in die Sauna – so das Ergebnis einer vom Umfrageinstitut „MarktMeinungMensch“ durchgeführten Studie aus dem Jahr 2018. 32,2 Prozent nutzen dafür eine öffentliche Sauna (Therme, Fitnesscenter, Hotel etc.), 18,7 Prozent saunieren privat. Erstaunlich: Immerhin 20 Prozent der Befragten gaben an, noch nie eine Sauna besucht zu haben, 33,7 Prozent waren zwar früher, aber lange schon nicht mehr dort. Die Gründe: „Möchte nicht unbekleidet in einem öffentlichen Raum sitzen“, „Tut mir nicht gut“ und „Ist mir zu heiß“.

So wird der Saunabesuch zum WohlfühlerlebnisAuch Evelyn B., 53, hatte nach schlechten Erfahrungen im Teen-ageralter erst nach langer Zeit wieder Gefallen am Schwitzen gefunden. „Wir hatten damals zu Hause eine Sauna, die bei Betrieb auf Höchsttemperatur lief. Das vertrug mein Kreislauf nicht, und mir wurde richtig gehend schlecht dabei.“

Erst durch Zufall verwandelte sich viele Jahre später die ursprüngliche Ablehnung in Begeisterung. „Wir waren auf Skiurlaub und kamen eines abends ziemlich erfroren im Hotel an. Da blieb nur der Saunabereich zum Warmwerden.“

Neben der Finnischen Sauna gibt es dort auch eine Damensauna mit „milden“ 40 Grad, und darin hält es Evelyn problemlos zehn Minuten aus. Inzwischen dürfen es schon gut und gerne ein paar Grade mehr sein, und Aufgüsse liebt sie regelrecht.

„Gerade Anfänger machen oft den Fehler, dass sie zu intensiv beginnen“, weiß Saunameister „Rudi“ von der Watzmanntherme Berchtesgaden: „Der Vorteil einer öffentlichen Sauna ist, dass es Kabinen mit unterschiedlichen Temperaturen gibt und man sich so an die eigene Wohlfühltemperatur herantasten kann.“

Regelmäßiges Saunieren hält gesund und jung

Ein Aufenthalt in der trockenen und heißen Luft hat vielfache Effekte auf das Geschehen im menschlichen Körper. Die Hauttemperatur steigt um etwa drei bis zehn Grad Celsius an, Blutgefäße werden erweitert und Muskeln entspannt. Außerdem führt das Saunieren zu einer Erhöhung der Atem- und Herzfrequenz – in etwa so, wie beim zügigen Gehen.

Nach und nach erfasst die Hitze den ganzen Körper und erzeugt damit eine Art künstliches Fieber. Die Folge: Krankheitserreger werden abgetötet, das Immunsystem aktiviert. Außerdem gehen Saunaexperten davon aus, dass beim Schwitzen die Stoffwechselprozesse im Körper aktiviert und Schlackenstoffe ausgeschwemmt werden. Der immunsystemfördernde Effekt wird durch einen anschließenden „Kälteschock“ – entweder ein Sprung in eiskaltes Wasser oder das Wälzen im Schnee – noch verstärkt.

In Finnland ist es eher üblich, die Haut zunächst warm abzuduschen, damit die aufgeweichten Poren nicht gleich verschlossen und die gelösten Schadstoffe ungehindert abtransportiert werden. Erst danach folgt das Kältebad. Studien aus Ostfinnland haben übrigens nachgewiesen, dass regelmäßiges Saunieren das Risiko von Herzkrankheiten mindert und das Hautbild verjüngt.

Das sollte man beim Saunieren beachten

Richtige Vorbereitung:
Ideal ist eine leichte Mahlzeit zwei Stunden vor dem Saunagang. Sowohl ein zu voller wie auch ein zu leerer Magen können den Kreislauf belasten.  Planen Sie ausreichend Zeit für Ihren Saunabesuch ein und lassen Sie sich nicht hetzen.

Der Ablauf:
Vor dem ersten Saunagang bzw. Aufguss ab unter die Dusche, den Körper komplett mit Duschgel oder Seife reinigen und abtrocknen. Der Saunagang selbst sollte zwischen acht und 15 Minuten dauern. Wenn einem die Hitze zu schaffen macht, gleich rausgehen.
In den obersten Sitzreihen ist die Hitze am stärksten.

Nur gesund in die Sauna:
Wer eine starke Erkältung hat, sollte auf keinen Fall in die Sauna gehen. Durch die Infektion ist der Körper bereits geschwächt. Eine zusätzliche Belastung durch die heiße Umgebung kann dann schnell zu einer Überlastung des Kreislaufs führen. Auch Menschen, die generell unter Herz-Kreislauf-Problemen leiden, sollten sich vorab mit ihrem Arzt beraten.

Regelmäßigkeit:
Die positive Wirkung eines mehrgängigen Saunabesuchs dauert ca. eine Woche an. Um nachhaltig davon zu profitieren, sollte man dieses Ritual  also jede Woche wiederholen.

Von Michaela Pircher

Bild: Watzmanntherme