Ein Circus wie eine wärmende Umarmung

Sechs Compagnien kommen ab 28. November zum Winterfest. Der Karten-Vorverkauf läuft bereits.

„Es geht nicht um Superlative. Freundschaft und Nähe geben diesem Festival die Handschrift“, sagt David Dimitri bei der Winterfest-Programmpräsentation via Liveschaltung aus den USA. Der Sohn des Schweizer Clowns Dimitri ist der neue künstlerische Leiter des Winterfest – und selbst Artist. Er kennt die Circuswelt von innen und außen und weiß: „Wir können den Menschen so viel Freude bringen und Hoffnung vermitteln.“

Es scheint, dass das auch das Salzburger Publikum so empfindet, schließlich hält es dem Festival seit fast zwei Jahrzehnten die Treue. Im 19. Jahr wurden die Tickets auf 30.000 Stück erhöht, informiert Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher.

Das diesjährige Winterfest hat noch David Dimitris Vorgängerin, Caroline Stolpe, programmiert. Sie setzt auf sechs sehr unterschiedliche Programme: Ein Wiedersehen gibt es mit der französischen Gruppe Cie Akoreacro, die bereits 2010 und 2014 beim Winterfest zu Gast war. In ihrem Stück „Dans ton coeur“ (dt.: In deinem Herzen) gewährt die elfköpfige Compagnie – zehn Männer und eine Frau – auf humorvoll-virtuose Weise Einblick in das Alltagsleben eines Paares.

Auch der kanadische Cirque Alfonse war schon einmal beim Winterfest zu Gast, nämlich 2016. Ihren Holzfäller-Look behalten die Artisten bei, nur begeben sie sich diesmal nicht in den Wald, sondern in die Kirche. Auf ihrem augenzwinkernden, von rockig-folkloristischer Livemusik gesäumten Weg gen Himmel ist atemberaubende Akrobatik ihr ständiger Begleiter.

Von Australien reisen Circa mit ihrer „Peepshow“ an. Burlesque, Tanz, Theater und Circus verschmelzen darin zu einer Hommage an die Schönheit und Stärke des Körpers. Ein humorvolles Solo, das allein von Mimik und Beweglichkeit lebt, zeigt der Neuseeländer Thom Monckton auf seiner rund ein Quadratmeter großen Minibühne.

Wie die Jahre zuvor wird das Circusfoyer zur Bühne für lokale Bands wie Nigrita, The Talisman Collection oder auch Scheibsta & die Buben. Im Rahmen der Literaturmatineen kommt Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher.

Das Winterfest bespielt auch zwei Außenstellen in der Stadt: Im Toihaus zeigen drei Nachwuchskünstler ihr Können. Und in der ARGEkultur, die erstmals dabei ist, thematisiert das Berliner Kollektiv still hungry in „Raven“ (dt.: Rabenmutter) auf provokant-kritische Weise die Vereinbarkeit von (Artisten-)Beruf und Familie.

Mehr auf: www.winterfest.at

Von Petra Suchanek

Am Bild: Die französische Gruppe Cie Akoreacro widmet sich den Höhen und Tiefen des Paarlebens. Bild: Winterfest / Richard Haughthon