Dienstautos: Reine E-Mobile noch zu teuer

Landespolitiker fahren 5er-BMW mit Strom- und  Benzinantrieb. Allrad muss sein.

Die Salzburger Landesregierung war jahrelang mit repräsentativen, schweren 5er-BMW-Limousinen mit Verbrennungsmotor unterwegs. Die Nobelmarke aus Bayern ist geblieben, ökologisch aber hat man auf Plug-In-Hybrid mit Strom-Benzinantrieb umgerüstet. Die neuen 5er-BMW haben 190 PS, beschleunigen real aber um einiges schneller, weiß Gerhard Walcher, Referatsleiter für Beschaffung beim Land. CO2-Ausstoß: 50 mg gegenüber 150 mg beim konventionellen Verbrenner. Walcher: „Wir sind in der Stadt 40 Kilometer rein elektrisch unterwegs.  Das ist im Vergleich zu anderen Verwaltungen vorbildhaft.“ Aufgeladen werden die Steckdosenhybriden an Wallboxen am Amtssitz in der Kaigasse und dem Berchtesgadener Hof. Bei privater Nutzung  wird den Politikern 600 Euro Selbstbehalt vom Gehalt abgezogen.

Kostengrenze 50.000 Euro mit Rabatt

Das Land bezieht seine Dienstfahrzeuge seit geraumer Zeit über die Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG), was wesentlich bessere Konditionen
ermöglicht. Zahlte man für die acht Regierungsautos früher monatliche Leasingraten von 800 Euro, sind es heute nur mehr 200 Euro. Nach  60.000 Kilometern Fahrleistung oder spätestens einem Jahr werden die Autos  ausgetauscht. Man hat sich selbst Kostengrenzen bei den Dienstautos von 40- bis 50.000 Euro auferlegt – weshalb die meisten reinen Elektrofahrzeuge vorerst noch nicht in Frage kämen, so Walcher. Ein Audi e-tron etwa kostet in der Basisversion 83.000 Euro und mit besserer Ausstattung 85.000 Euro. „Das ist noch ohne Winterbereifung, und mit der Ausstattung, die wir brauchen, kommt der auf über 100.000 Euro. Das ist zu teuer für uns“, sagt Walcher. Die Regierungsautos haben Standheizung für die oft stundenlang im Auto wartenden Berufsfahrer, Allradantrieb und die heute üblichen Sicherheitsfeatures. „Sehr viel mehr Luxus ist da nicht“, berichtet Gerhard Walcher.

Beamte fahren günstiger

„Unsere Regierung von Landeshauptmann Haslauer abwärts ist tatsächlich viel im Land unterwegs, ob das Sepp Schwaiger mit den Agraragenden ist oder Andrea Klambauer mit dem Wohnbau. Da geht es um Regionalisierung oder um Termine in den Gemeinden“, erklärt Franz Wieser, Leiter des Medienzentrums, warum die Geländegängigkeit der  Regierungsfahrzeuge in Salzburg kein Luxus ist.
Laut einer internen Richtlinie sollten bei Neubeschaffungen 50 Prozent der Fahrzeuge einen alternativen Antrieb haben. Man liege beim Einkauf über der Quote, sagt Gerhard Walcher stolz. Im Fuhrpark des Landes mit 110 Fahrzeugen fahren sechs reine Stromer und 29 Hybride, meist benutzt von der Umwelt- und Landwirtschaftsabteilung.

Wien und zurück am Stück

Das Interesse an E-Autos sei bei der Landespolitik da, weiß Medienchef Wieser. Einmal gab es einen Wunsch nach einem Tesla (zu teuer). Und da ist das Reichweitenproblem. Man müsse 300 bis 600 Kilometer nach Wien und zurück ohne Zwischenstopp zurücklegen können, so Gerhard Walcher. Man beobachtet den Markt, der 2020 einen  ganzen Schwung neuer, verbesserter E-Modelle herausbringt. Mit höheren Reichweiten, aber immer noch  teuer. „Auch wir warten auf die E-Autos, die im Winter weit genug kommen und unseren Kostengrenzen entsprechen“, meint der Beamte Walcher.

Sonja Wenger

Bild: Land Salzburg/Christine Schrattenecker