Salzburg freut sich. Aber tun es wirklich alle?

 „Bestes Reiseziel der Welt“. Da kommt etwas auf uns zu.

Salzburg im Spätsommer 2019: Eine heimische Fremdenführerin zeigt koreanischen Touristen die Altstadt. Ein Unbekannter beschimpft die Urlauber. Die Situation eskaliert. Der Mann stößt die Fremdenführerin zu Boden. Von hinten. Sie stürzt. Bricht sich den Arm.
Ein Einzelfall? Beileibe nicht. Oft schon wurde von Salzburgern im Vorübergehen oder Fahren der „Stinkefinger“ ausgefahren. In Richtung Touristengruppen. Weil es den Einheimischen in Spitzenzeiten schon zu viel wird.
Und jetzt das: „Lonely Planet“, ein australischer Verlag, kürt Salzburg mit Blick auf 2020 zum interessantesten Reiseziel weltweit. Den sechs Millionen Tagesgästen, die Salzburg jährlich ansteuern, werden sich weitere Scharen anschließen. Zudem feiern die Festspiele 2020 ihr 100-Jahr-Jubiläum. Bei den Aussichten auf eine weitere  Steigerung der touristischen Dauer-Stampede in der barocken Mozartstadt würde sich Woiferl, wäre er noch da, am End’ wohl traumatisiert die (Mozart-)Kugel geben.    Eigentlich tragisch: Die Balance kam abhanden. Regeln für ein Limit zu finden scheint unmöglich. Dabei ist diese schöne Stadt ohne ihre Gäste undenkbar.