Der Mensch zählt

Unser „Salzburger Fenster“-Ombudsmann Wolfgang Saliger über eine erfüllte Zeit.

Eines der schönsten Erlebnisse ist es, Menschen helfen zu können, und das besonders, wenn man nicht groß darüber redet. Einige Jahre sind ins Land gegangen, große und kleine Wehwehchen haben die Redaktion des „Salzburger Fenster“ erreicht. Manchmal berichtete die Redaktion darüber, aber in vielen Fällen konnte ich als Ombudsmann diese Arbeit übernehmen.

Wolfgang Saliger half zahlreichen „Fenster“-Lesern als Ombudsmann. Bild: privat

Herzlichen Dank an alle, die dabei geholfen haben. Es war manchmal nicht leicht, manchmal sogar unmöglich, etwas zu tun. Manchmal war es besser, nicht in der Öffentlichkeit darüber zu reden, weil sehr persönliche Anliegen zu bewältigen waren. Herzlichen Dank möchte ich besonders Alfons Gann sagen, der diese Stelle eingerichtet und mir das Vertrauen geschenkt hat. Mit meiner Kollegin Doktor Fatemeh Gerl habe ich versucht, das Vertrauen auch bei den Leserinnen und Lesern zu finden. Wir haben diese Funktion ehrenamtlich ausgeführt. Das war ganz besonders wichtig, weil wir damit auch ein Stückchen Unabhängigkeit hatten.

Schon in meiner politischen Tätigkeit habe ich immer die Meinung vertreten, dass es wichtig ist, die kleinen Dinge zu bewerkstelligen und damit den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie bestimmten Maßnahmen nicht schutzlos ausgeliefert sind. Mein Alter bringt es nun mit sich, als Ombudsmann aufzuhören.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie aber noch mit einer Geschichte konfrontieren. Sie zeigt, wie es Menschen gehen kann, die plötzlich das Gefühl der Schutzlosigkeit erleben, die von Ängsten geplagt, möglicherweise falsche Aussagen machen, und für die es schwer ist, sich in diese sehr schnelllebige Zeit einzufinden. Ein Mann, der ein ausgezeichneter Mitarbeiter und Mensch sein kann, kam auf einen anderen Weg des Lebens. Er wurde von der in vielen Fällen hervorragenden Organisation Pro Mente betreut. Er hat sich möglicherweise nicht richtig verhalten, kam ohne weitere Hilfe wieder auf den Arbeitsmarkt und hatte hier keine Chance. Er hatte einen Kurs belegt, an dessen Ende eine Eingliederung beim AMS stehen sollte. Wo immer und wann ein Fehler passiert ist, kann vielleicht gar nicht mehr so genau gesagt werden. Aber nun ist die Organisation zu keinem persönlichen Gespräch mit ihm mehr bereit. Der Mann hat mir glaubhaft versichert, er möchte nur eine Unterredung.

Ein kurzes Gespräch muss doch unter Menschen möglich sein. Es würde diesem Menschen ganz besonders helfen – moderiert und mit dem Ziel, für diesen Mann ein entsprechendes Arbeitsangebot zu entwickeln. Mit diesem sehr persönlichen Fall habe ich mich mehrere Jahre beschäftigt. Nun am Ende meiner Tätigkeit wage ich diesen Weg in die Öffentlichkeit: Mit der höflichen Bitte, dass sich Pro Mente um diesen Menschen kümmert. Die Menschlichkeit erfordert, dass er nicht alleine stehen bleibt!