Das rote X kommt nach Kuchl

Milliarden Menschen sehen über das Internet den Ted Talks zu. Am 19. Oktober kommt die Veranstaltungsreihe nach Kuchl.

Sobald die Milch leer ist, bestellt der intelligente Kühlschrank diese nach. Oder: Statt den Rasen selbst zu mähen, übernimmt dies ein Rasenroboter. Doch was passiert, wenn die Technik versagt? Wie reagiert der Mensch, wenn der Kühlschrank nichts mehr nachbestellen kann, weil keine Verbindung mit dem Internet besteht oder der Rasenmäher in einer Grube stecken bleibt?
Mit diesen Fragen hat sich die Kommunikationswissenschaftlerin Nicole Mirnig beschäftigt. Die Ergebnisse ihrer Forschung über die Interaktion von Menschen mit Robotern präsentiert sie als eine von zehn Rednern auf der Tedx-Konferenz am 19. Oktober.

Von Kuchl in die Welt sollen Ideen verbreitet werden, die es Wert sind, geteilt zu
werden. Bild: tedxkuchl/Markus Petruch

Dabei handelt es sich keinesfalls um ein wissenschaftliches Treffen von Experten ihres Faches. Stattdessen geht es bei Ted-Veranstaltungen darum, in zwölf bis 15 Minuten eine Idee zu präsentieren, die die Besucher vor Ort und die Welt zum Nachdenken anregen soll.
Denn: „Ideas worth spreading“ lautet der Leitsatz von Ted. Die Herausforderung an die Redner ist es, wissenschaftliche Zusammenhänge so zu erklären, dass selbst Laien diese verstehen. Für Mirnig bedeute das, sich nicht in Details zu verlieren. „Vielmehr habe ich die Möglichkeit, einen Bogen über eine jahrelange Forschung zu spannen.“

Tedx-Konferenzen wie jene in Kuchl sind lokale Ableger der jährlichen Ted-Innovationskonferenz in Vancouver. Wer dort zusehen möchte, muss sich um eine Einladung bewerben. Anders ist das freilich bei TedxKuchl, dort gibt es einen regulären Ticketverkauf.

„Ted“ ist eine Abkürzung für Technology, Entertainment und Design. Die Bandbreite der vorgetragenen Themen hat sich in den vergangenen Jahren jedoch vergrößert. Alle Vorträge werden gefilmt und im Internet verbreitet.
Veranstalter von TedxKuchl Markus Petruch erklärt: „Die besten Vorträge schaffen es auf die offizielle Ted-Webseite. Damit kann ein Milliardenpublikum erreicht werden.“ Die Auswahl der Redner fiel ihm und seinem Team schwer. „Es gibt viele interessante Personen, aber nicht alle davon haben auch eine Idee, die es wert ist, geteilt zu werden.“

Autor und Poetry-Slammer Omar Khir Alanam besitzt eine solche. Er flüchtete vor vier Jahren aus Syrien. Seine Botschaft: „Morgen wird es besser.“ Anhand seiner Lebensgeschichte möchte er Zuversicht in aussichtslosen Situationen vermitteln. „Zuerst wurde ich wegen meiner Gedichte ausgelacht und verspottet. Doch ich habe nicht aufgegeben. Später musste ich wegen ihnen um mein Leben fürchten. Doch ich habe weitergeschrieben.“
Was für Alanam einen guten Ted-Vortrag ausmacht? „Dass der Redner authentisch ist. Es zählt nicht nur der Inhalt, sondern vielmehr die Mimik und Gestik.“

Ein Ted Talk sei mehr wie eine Theatervorführung, meint auch Chemiker Gianluca Tondi. Er stellt in seinem Vortag eine Idee vor, wie synthetischer Kunststoff durch natürliche Stoffe, wie Holz ersetzt werden kann. Dazu forschte Tondi in den vergangenen Jahren an der FH Salzburg.

TedxKuchl findet am 19. Oktober von 14 bis 19 Uhr am Campus Kuchl der FH Salzburg statt.
Tickets unter: www.tedxkuchl.at

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