Neustart in Costa Rica „Wir wandern aus!“

Salzburger Paar baut im Dschungel von Costa Rica ein Mini-Resort für Öko-Touristen.

Es waren Oktobertage vor vier Jahren: Hannes Klein und Uta Sax waren gerade von einem Tauchurlaub auf den Malediven in ihre Wohnung in Salzburg-Gneis zurückgekommen. „Uns war kalt und wir wollten am liebsten zurück ins Warme“, erinnert sich Klein. Unter Wasser hatte die beiden zudem eine tiefe Faszination für die Meereswelt gepackt. „Ab da wollten wir unseren Beitrag zum Schutz der Meere leisten“, so Sax. Das Paar hörte auf, Fisch zu essen, begann bald darauf ganz mit veganer Ernährung und sagte sich: „Wir wollen etwas verändern. Nicht erst in der Pension, sondern jetzt.“

Nun ist es soweit. Die Salzburger (47 und 48 Jahre alt) haben ihre Zelte in Salzburg abgebrochen und sich in Costa Rica niedergelassen. Auch wenn ein Rückschlag sie zögern ließ: Der Käufer, der Kleins kleine, erfolgreiche Filmfirma „Explosive Egg“ übernehmen sollte, sprang wenige Tage vor dem Verkauf ab. „Jetzt arbeite ich über Mail weiter und komme alle paar Monate nach Salzburg, bis der Verkauf erledigt ist“, sagt er. Aufhalten ließen sich die beiden nicht. Ihr Ziel: Den veganen Lebensstil anderen Menschen nahezubringen.

Affen, Faultiere und jede Menge Regenwald: Costa Ricas Artenvielfalt ist besonders groß. Bild: privat

Warum Costa Rica und was ist mit Flugscham, fragte das „Fenster“ nach. „Wären wir nicht auf die Malediven geflogen, hätten wir die Auswanderidee nicht gehabt“, sagt Sax. Wer intakte Natur hautnah erlebe, merke, wie wichtig es sei, sie zu schützen. Und Costa Rica sei sehr „öko“ (siehe Kasten) und die Menschen dort zählten zu den glücklichsten der Welt. Das Land schützt seinen Regenwald und verfügt über eine besonders große Artenvielfalt. Uta Sax: „Die Strände dürfen nicht verbaut werden, da kannst du noch Kokosnüsse pflücken. Im Wald begegnest du Affen, Faultieren und zehn Zentimeter großen Heuschrecken.“

Von Tierwelt und Natur faszinierte Gäste erwartet sich das Paar für sein geplantes Ökoresort „The Vegan Pirates“. Klein und Sax wollen zwei bis drei Hütten bauen, in denen sie Gäste beherbergen. Nachhaltig versteht sich: Ohne Stromfresser wie Klimaanlage, ohne Fernseher und Warmwasser, weil das Wasser sowieso nie kalt sei. Strom aus Sonnenenergie und veganes Essen aus eigenem Anbau und von lokalen Bauern sind geplant. Ein Grundstück haben die beiden gefunden, die Firma bereits angemeldet. In einem Jahr sollen ein Koch und ein Gärtner angestellt werden und die ersten Urlauber kommen.

Und wenn das Projekt scheitert? „Das Scheitern ist sehr weit weg“, meinen die Auswanderer. Weltweit steige das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Klein: „Nur wenn wir es probieren, wissen wir, ob unsere Idee funktioniert.“

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Wildtiere,exotische Früchte, intakte Natur: Hannes Klein verkauft seine Filmfirma „Explosive Egg“ und startet mit Uta Sax in tropischen Gefilden durch. Ein Tauchurlaub brachte den Stein ins Rollen.
Bild: privat