Grippebrot? Eine einfache Arznei

Ein gutes Schwarzbrot – am besten aus Roggensauerteig – mit Butter, Thymian und Knoblauch macht nach grippalen Effekten schnell fit.

Ein gutes Butterbrot hilft fast immer. Vor allem gegen Hunger, schlechte Stimmung oder niedrigen Blutzucker. Aber gegen Grippe?
Das Rezept steht im Buch von Ursel Bühring, der großer Heilpflanzenkundlerin aus dem Allgäu. Das Grippebrot ist vor allem eine einfache und schnell zubereitete Arznei.

Jetzt aber von Anfang an. Ich meine den grippalen Infekt, der sich meistens langsam daherschleppt mit Schnupfen, Halsweh und vielleicht auch Gliederschmerzen. Nicht die echte Grippe, die unvermittelt mit hohem Fieber landet und einen völlig lahmlegt. Aber so ein grippaler Infekt reicht auch aus, um ins Bett zu kippen. Am ersten Tag nimmt er meistens auch den Appetit und die ganze kulinarische Vielfalt liegt im Kräutertee. Mädesüß, Holunderblüten und Lindenblüten kommen da hinein, und wenn der Tee trocknen soll, dann ist Kamille und Salbei gut. Falls sich der Hals nach Feuchtigkeit sehnt, ist Malve, Spitzwegerich und Eibisch eine gute Wahl. Und dann noch ein wenig Honig dazu, der heilt und fördert die Bronchialsekretion. Das macht zwar Zucker auch, aber sonst kann der Zucker mit der Süße der Bienen nicht mithalten.

Wenn der Hunger langsam wieder auftaucht, empfiehlt Ursel Bühring ihr Grippebrot. Dafür nimmt sie Schwarzbrot, am besten Roggensauerteigbrot. Dann kommt Butter drauf, weil sie den Schleimhautzellen Buttersäure liefert, die mögen die so gern und die gibt ihnen gleich ganz viel Energie. Dann den Honig draufstreichen und darüber Thymian oder seinen wilden Bruder, den Quendel, streuen. Einfach aus der Gewürzschublade nehmen oder vielleicht gibt es noch ein kleines Büschel im Kräuterbeet. Thymian hemmt Entzündungen, wirkt gegen Viren, Bakterien und Pilze und fördert die Schleimlösung. Und zum Schluss noch eine halbe Zehe Knoblauch klein hacken und darüber geben. So schlecht ist das gar nicht, wie es klingt. Da kann man gerne auch zwei oder drei solche Brote am Tag essen.

Von Karin Buchart

Karin Buchart, Kräuter- und Heilpflanzenexpertin, Ernährungswissenschafterin, www.buchart.at