Das Live-Erlebnis ist unschlagbar

Fast 300 Events im Jahr zählt das Rockhouse. Da ist Vielfalt angesagt – und Offenheit.Vom Dialektrap bis zum Indie-Rock.

Anfangs haftete dem Rockhouse und seinen Besuchern das Image der „wilden Rocker“ an, heute, 26 Jahre nach seiner Gründung, präsentiert es sich offen für Musikbegeisterte vieler Stilrichtungen und aller Altersgruppen. Das spiegelt auch die alljährliche Birthday-Party wider, die heuer vom bayrischen Dialekt-Rap der Band dicht & ergreifend über den Soft-Rock von Alex Cameron bis hin zum Surf-Pop des Südafrikaners Sean Koch und zurück nach Wien zum nächsten Senkrechtstarter, Pauls Jets, reicht (12. Oktober).

Dass das Rockhouse seinen Geburtstag alljährlich zelebriert, ob er nun rund ist oder nicht, liegt wohl auch an der Philosophie des Hauses: „Wir wollen dem Ich, Ich, Ich unserer Zeit ein Wir entgegensetzen – im gemeinsamen Konzerterlebnis“, erklärt Programmchef Wolf Arrer.

Workshops für Jung und Alt – alle sind willkommen

Rund 70 Konzerte veranstaltet der Verein Rockhouse im Jahr, dazu gesellen sich Gastveranstaltungen, Konzerte der Rockhouse-Bar und das Workshop-Programm für Kinder, Musiker und interessierte Laien – insgesamt komme das Haus so auf knapp 300 Veranstaltungen jährlich, erläutert Geschäftsführer Wolfgang Descho.

Das Workshop-Programm wurde sukzessive erweitert. Zum anfänglichen Rock- und Pop-Schnuppern für Kinder gesellten sich mit der Zeit fachspezifische Workshops für Musiker, zuletzt kam Tanz in Form von Hip-Hop und Urban Dance dazu. „Ein bewegteres Publikum bei den Konzerten gefällt uns sehr gut“, hofft Susanna Kuschnig schmunzelnd auf positive Nebeneffekte.

Die Workshops seien bewusst niederschwellig gestaltet, sie sind kostenlos und man braucht sich nicht anzumelden. „Da kommen nicht nur Junge, es waren auch schon Pensionisten da, die meinten, jetzt hätten sie endlich wieder Zeit für Musik“, erzählt Kuschnig. Oft leiten die Workshops Musiker, die mit dem Haus eng verbunden sind und diesem etwas „zurückgeben wollen“.

Element of Crime, The Tiger Lillies und Voodoo Jürgens

Viele Bands sind hier musikalisch groß geworden, die konsequente Nachwuchsförderung macht sich bezahlt. Please Madame und Gospel Dating Service, die gerade mit dem Heimo-Erbse-Nachwuchspreis ausgezeichnet wurden und am 24. Oktober ihr neues Album präsentieren, sind nur zwei von vielen Positivbeispielen der jüngeren Zeit. So seien die „Local Heroes“-Abende mittlerweile sehr hochkarätig, weil auch etablierte lokale Bands auftreten, um neue Songs auszutesten, weiß Descho.

Was gibt es in nächster Zeit zu hören? Viel Deutschsprachiges – von Sven Regeners Element of Crime über Voodoo Jürgens und Dame bis Versengold –, aber auch britische Kultbands wie The Tiger Lillies oder The Godfathers. Zum Abtanzen lädt der Reggae/ Dancehall-Abend von Club 101 mit Solo Banton und Moby Stick als Highlights (19. Oktober).

Von Petra Suchanek

Die Förderung des Nachwuchses, ob in Workshops, auf der Bühne oder mittels CD-Sampler, ist dem Rockhouse-Dreigestirn Susanna Kuschnig, Wolfgang Descho und Wolf Arrer (v. li.) seit jeher ein großes Anliegen. Bild: Rockhouse