Sozialbau ja, aber bitte woanders

Vorurteile und Klientelpolitik helfen der Stadt und ihrer Bürger nicht. Im Gegenteil.

Niemand hat es gern, wenn einem ein Wohnblock vor die Nase gesetzt wird. Beim Wort Sozialwohnungen schrillen dann endgültig die Alarmglocken. Der Protest der Bürgerinitiative in Gneis gegen den geplanten Bau ist verständlich. Fakt ist aber, dass leistbare Wohnungen in der Stadt Salzburg Mangelware sind. Der Schlüssel im gemeinnützigen Wohnbau – 75 Prozent geförderte, 25 Prozent Eigentumswohnungen – macht Sinn.

Dass dieser jetzt von der ÖVP für Gneis ausgehebelt wurde, ist skandalös. Und zu kurz gedacht, weil es der Zukunft der Stadt und ihrer Bürger nicht dienlich ist. Aktionen wie diese vergrößern die Kluft zwischen den Menschen in den stark verdichteten, verkehrsbelasteten Stadtteilen im Norden und den „elitären“ Wohngegenden im Süden. Bei einem Neubau in Lehen wäre wohl kein Politiker auf die Idee gekommen, weniger Sozialwohnungen zu fordern.

Ein Umdenken braucht es aber auch in der Bevölkerung. Nicht jeder, der eine Sozialwohnung benötigt, ist ein problematischer Nachbar. Die Schwierigkeiten ergeben sich aus der Größe der Siedlungen. Da ist mehr Initiative gefordert – von der Politik, aber auch von Bürgern. Positive Beispiele dafür gibt es, etwa der neue Verein SOSA in Lehen.

Von Petra Suchanek