Hurrikans haben jetzt Hochsaison

Ein Motor für Spätsommerwetter? Das kann laut Wetterfex Alexander Ohms der Ex-Hurrikan „Dorian“ diese Woche für Salzburg sein.

Es lässt sich nicht mehr leugnen: Der Herbst ist eingezogen. Was bei uns meist den Auftakt zu ruhigeren Wetterverhältnissen bedeutet, konfrontiert andere Weltgegenden immer wieder mit immenser Zerstörung: Es ist Hurrikansaison im Atlantik und im Golf von Mexiko, da die Meeresoberflächentemperaturen dort im Moment ihr jährliches Maximum erreicht haben. Tropische Tiefs können sehr viel Energie aufnehmen und markant an Stärke zulegen. Notwendig ist ein mächtiger Gewitterkomplex, in dem die Luft nach oben gerissen wird. Die sehr feuchte und warme Luft kondensiert beim Aufsteigen zu Wolkentröpfchen. Dadurch wird Wärme frei, der Sprit für den Wirbelsturm ist damit im Tank. In Lehrbüchern steht oft, dass sich Hurrikans bevorzugt ab einer Wassertemperatur von 26 Grad bilden. Das stimmt zum Teil – denn je wärmer das Meer, desto eher kann die Luft darüber in große Höhen vordringen.

Möglich sind tropische Wirbelstürme bei entsprechend labiler Luftschichtung aber auch über kälterem Wasser: Hurrikan „Vince“ bildete sich im Jahr 2005 vor Madeira bei 21 bis 23 Grad Meerestemperatur. Er war der erste tropische Wirbelsturm seit Aufzeichnungsbeginn, der spanisches Festland erreichte. Zuletzt machte aber Hurrikan „Dorian“ Schlagzeilen. Nach dem zerstörerischen Auftreffen auf die Bahamas zieht er jetzt als abgeschwächtes Sturmtief über den Nordatlantik in Richtung Europa. An seiner Vorderseite könnte das Tief in den nächsten Tagen warme Luft nach Mitteleuropa führen – auf diese Weise kann ein Ex-Hurrikan zum Motor für Spätsommerwetter in Salzburg werden.

Das Wetter in dieser Woche

Der erste Kaltlufteinbruch der Saison ist überstanden, mit Wetter und Temperaturen geht es aufwärts. Die Nachmittage versprechen angenehme Spätsommertemperaturen.

Aktivitätstipp:

Die Wandersaison kann voll anlaufen, in der klaren Luft ist die Fernsicht auf den Bergen ausgezeichnet. In großen Höhen kann aber noch der Neuschnee vom Wochenende stören.