Lebendiges Leder zum Essen?

Um Fruchtleder herzustellen, braucht man nichts anderes als reifes Obst – und das gibt es im Moment in Hülle und Fülle.

Noch immer ist die Obsternte in unserem Garten in vollem Gange! Trocknen wäre auch eine gute Möglichkeit, das Obst haltbar zu machen und dann ressourcenschonend zu lagern. Ohne also noch ständig Strom zu verbrauchen.

Trocknen ist physiologisch sogar eine hervorragende Methode zum Konservieren. Da wird einfach nur Wasser entzogen und alle natürlichen Stoffwechselprozesse werden auf ein Minimum heruntergefahren. Sogar die empfindlichen Eiweiße bleiben in natürlicher Form erhalten, das wissen Apfelallergiker, die auch die getrockneten Äpfel der gleichen Sorte nicht vertragen.

Gut getrocknet hält das Obst Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lang, wenn die Lagerung trocken und dunkel ist. Und trotzdem tut sich was in und an getrockneten Lebensmitteln. Interessanterweise haben Wissenschafter jetzt beobachtet, dass in getrockneten Biotomaten der Polyphenol-Gehalt während der Lagerung steigt. Wirklich interessant! Weil in den konventionellen Tomaten ist da nämlich nichts passiert. Da liegt es sehr nahe, dass da schon wieder Mikroorganismen, Bakterien oder Pilze, eine Rolle spielen. Wenn Tomaten gespritzt werden dann ist es vorbei mit dem Leben auf und in der Frucht.

Wer also selber Obst erntet oder gutes erwerben kann – viel Streuobst wartet sowieso nur auf die Verwertung – der kann selbst versuchen, Fruchtleder herzustellen. Dazu braucht man nichts anderes als reifes Obst. Äpfel und Birnen entkernen und schälen, Steinobst entkernen und Beeren einfach ganz verwenden. Alles zusammen im Mixer pürieren und den Brei 3 bis 4 mm dick auf ein Backblech streichen. Wärmequelle suchen, 40 bis 50°C wäre gut. Es dauert schon einen ganzen Tag oder länger. Wenn es ledrig wirkt und sich das ganze Stück vom Blech lösen lässt, ist es fertig. Das Leder aufrollen und in Glasdosen lagern.

Jetzt in der Fülle des Sommers ist es ein wenig Arbeit. Doch die Freude im kalten, strengen Winter ist riesengroß, wenn der Sommergeschmack auf der Zunge landet!

Karin Buchart, Kräuter- und Heilpflanzenexpertin, Ernährungswissenschafterin, www.buchart.at

Bild: Pixabay

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