Herr Goethe und die Massen

Offenbar ahnte der Herr Geheimrat, was da kommt. Sein „Zauberlehrling“ klingt gar visionär…

1749 kam er in Frankfurt zur Welt. 1832 starb er in Weimar. Geheimrat Goethe scheint nicht nur ein Dichterfürst gewesen zu sein. Er besaß offenbar auch hellseherische Fähigkeiten. 1797 verfasste er eine seiner populärsten Balladen, den „Zauberlehrling“. Dachte er dabei an Salzburg und an den Tourismus?

Wohl jeder kennt ja diesen seinen Vers: „Walle! walle manche Strecke, daß, zum Zwecke, Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße.“ Die Badewanne, die sprichwörtliche und auf den Tourismus bezogene, die ist freilich drauf und dran überzulaufen. „Und sie laufen! Naß und nässer wirds im Saal und auf den Stufen. Welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! hör mich rufen! – Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“ – „In die Ecke, Besen, Besen! Seids gewesen. Denn als Geister ruft euch nur zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister“, schreibt Herr Goethe.

„Der alte Meister“ kann in diesem Fall nur die Politik sein. Sie ist gefordert. Denn auch im Tourismus gilt: Die Dosis macht’s.

Von Heinz Bayer

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