Unterschriftenaktion gegen Kippen am Spielplatz

Bürgermeister schmetterte Antrag auf Rauchverbot ab. SPÖ lässt nicht locker. Wien und Innsbruck zeigen es vor.

Nach der Sommerpause will die Stadt-SPÖ Unterschriften für ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen sammeln. Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP) hatte zuletzt einen entsprechenden Antrag abgelehnt.
Preuner hatte geantwortet, dass es keine aktenkundigen Beschwerden gebe und eine ortspolizeiliche Verordnung unzulässig sei. „Wir werden ihm zeigen, dass es mehr Salzburgerinnen und Salzburgern unter den Nägeln brennt, als er denkt“, sagt SPÖ-Gemeinderat Vincent Pultar. Pultar und Mitstreiterin Nicole Solarz hätten auf den Vorstoß positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Die beiden Gemeinderäte weisen darauf hin, dass Wien und Innsbruck bereits erfolgreich Rauchen auf Kinderspielplätzen verboten hätten. „Diese Städte haben dieselbe Verfassung wie Salzburg“, betont Pultar. Rechtlich sei ein Rauchverbot also möglich.

Erwünscht scheinen rauchfreie Spielplätze unter zahlreichen Salzburgern zu sein. Das zeigen die Leserreaktionen auf aktuelle „Fenster“-Berichte. Die Meinungen reichen von „Am Spielplatz zu Rauchen muss nicht sein“ bis hin zu „Absolutes Rauchverbot!“

Neben der Vorbildwirkung geht es vielen Lesern um das Müllproblem. Da es auf Salzburger Spielplätzen weder ein Rauchverbot noch Ascher gibt, landen die Kippen auf dem Boden. Es ist ein weltweites Problem, auf das inzwischen auch die Weltgesundheitsorganisation aufmerksam macht. Weggeschnippte Kippen sind weltweit das häufigste Abfallprodukt. Bis zu zwei von drei gerauchten Zigaretten landen auf dem Boden. Die Kunststofffilter mit ihren zahlreichen Giftstoffen verschmutzen Böden und Gewässer.

Bürgermeister Preuner hat zuletzt auch einen SPÖ-Antrag auf ein Reinhaltegesetz nach Wiener Vorbild abgelehnt, das achtloses Wegwerfen von Kleinmüll unter Strafe stellen würde.

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Typisches Bild in Salzburg. Bild: Sabine Tschalyj