Die ganz große Hitze ist vorbei

Die Gletscher schwitzen aber weiter. Dort schmelzen an heißen Tagen bis zu zehn Zentimeter Schnee pro Tag.

Die ganz große Hitze der letzten Woche ist vorbei – genauso wie das ungewöhnlich stabile Wetter, wo selbst harmlose Quellwolken über mehrere Tage hinweg die Ausnahme blieben. Da vergisst man leicht, dass ein wechselhafter und eher feuchter Sommer, in dem Temperaturen über der 30°-Marke die Ausnahme bilden, eigentlich typisch für Mitteleuropa und den Alpenraum wäre.

Wochenlanges trockenes und heißes Badewetter wird erst seit etwa 20 Jahren häufiger, eigentlich fällt ja in unseren Breiten der Großteils des Jahresniederschlags in den Hochsommermonaten. In Abtenau – also im feuchtesten Eck des Landes – fallen im Juli durchschnittlich 216 Liter Regen pro Quadratmeter, im Februar als trockenstem Monat werden nur etwas mehr als 80 Liter gemessen.

Während sich in einem heißen Sommer Baderatten freuen, weil die Seen warm werden, gibt es natürlich auch Verlierer: Anzahl und Intensität von sommerlichen Kaltlufteinbrüchen mit Schneefällen im Hochgebirge sind hauptentscheidend für die Entwicklung der Salzburger Gletscher. Ohne diese kühlen Phasen wird die Schmelzsaison nicht unterbrochen, die Eisriesen verlieren enorm an Länge und Masse. Schneit es immer wieder, bleibt der Winterschnee in den Nährgebieten der Gletscher länger erhalten – der Massenverlust wird deutlich gebremst.

Der heurige Sommer lässt Schnee und Eis auch in den höchsten Lagen rasant abschmelzen: Beim meteorologischen Observatorium am Hohen Sonnblick (3106 m) reduzierte sich die Schneehöhe seit Anfang Juni um etwa vier Meter, während extrem heißer Phasen schmelzen mehr als 10 Zentimeter pro Tag.

Aktivitätstipp:

Das kühlere Wetter lässt neben dem Ausflug ins Freibad auch Wanderungen und Bergtouren wieder
attraktiver werden. Regenschutz in den Rucksack packen!

Das Wetter in dieser Woche

Es stellt sich mäßig warmes Sommerwetter ein, Hitze ist nicht zu erwarten. Auf Sonnenschein folgen immer wieder Quellwolken, die Schauer- und Gewitterneigung steigt speziell an den Nachmittagen an.