Mädesüß: Weiße Wedel überall

Katerkopfschmerz adé, dafür sorgt ein Tee aus Mädesüßblüten. Die wirken wie Aspirin und blühen jetzt allerorts.

Jetzt blühen überall solche weiße Wedel. Und, ganz unbotanisch angeschaut, sind die buschigen mit dem roten Stängel für uns interessant: das Mädesüß. Die nicht so buschigen, das ist meisten der Geißbart, glaub ich zumindest.

Das Mädesüß riecht nach Doktor sagen viele. Und wirklich, wer Stängel oder Blüte an die Nase hält, den überfällt gleich ein Schwall von Arztpraxis. Da sind jedoch zwei wesentliche Unterschiede: wir brauchen dafür keine eCard, aber die Dosierung ist etwas schwieriger. Ich mag mich gar nicht mehr erinnern an Zeiten, wo wir das Mädesüß zum ersten Mal in Schnaps angesetzt haben und dann bei Kopfschmerzen ein Stamperl davon getrunken haben. Danach ist der Kopf fast explodiert. Das Mädesüß enthält Salicylsäure, die kennen wir auch von Aspirin und Thomapyrin. Allerdings ist die wirklich schwer zu dosieren, deshalb ist es empfehlenswert vom alkoholischen Auszug nur ein paar Tropfen zu nehmen und dann die Menge zu steigern.

Beim Bierzelt in St. Martin wurde das Mädesüß schon vor Jahren getestet. Besser gesagt, am Morgen nach dem Bierzelt. Und es soll gegen Katerkopfschmerz wirklich gut helfen. Und weil nach so einer Nacht kaum jemand Lust auf Schnaps hat ist es vielleicht besser, Tee oder Sirup daraus zu machen. Am meisten Salizylsäure ist in den Blüten, die Blätter können aber auch verwendet werden. Einfach mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. Getrocknet hält das Mädesüß gut bis in den Winter und zur Erkältungs-Hochsaison. Es hilft als Vorbeugung und besonders dann, wenn bei einem grippalen Infekt alles schmerzt.

Aber jetzt noch das allerbeste am Mädesüß: die Salicylsäure ist nicht in freier Form in der Pflanze, sondern gebunden und sie wird erst im Darm in die aktive Form übergeführt. Deshalb schadet sie dem Magen nicht!

Von Karin Buchart

Karin Buchart, ist Ernährungswissenschafterin und Autorin. www.buchart.at; www.teh.at

Im Bild: Mädesüß. Bild: Pixabay