Im „Happy Meal“ steckt sehr viel Plastik

McDonald’s sagt jetzt Reduzierung zu. Essenspaket „Happy Meal“ beinhaltet aber auch künftig Plastikspielzeug oder ein Buch.

Alle reden über Plastikmüllberge. Kaum fährt man mit seinen Kindern zu McDonald’s, trägt man selbst dazu bei. Das nervt umweltbewusste Salzburger Eltern.

Rosa Deisl und Elisabeth Eschbach aus dem Flachgau sprechen aus, was sich viele Mütter und Väter denken: „Jeder sagt, wir sollen Plastik vermeiden. Da ist es eigentlich ein Wahnsinn, dass McDonald’s immer noch in jedem Happy Meal Plastikspielzeug anbietet“, meint Deisl. Geht die zweifache Mutter mit ihren Töchtern in Wals-Himmelreich ins Kino, essen die drei anschließend beim McDonald’s nebenan. „Meine Töchter sind fünf und acht, die wollen natürlich wegen des Spielzeugs ein Happy Meal“, so Deisl.

Das billige Plastikspielzeug (siehe Bild) in der Essenstüte interessiere die Kinder aber nur ein paar Tage. „Dann landet es im Müll. Mir macht das ein schlechtes Gewissen“, ärgert sich Deisl. Zwar preise McDonald’s an, dass man auch Bücher anbiete, doch es gebe jeweils nur einen Buchtitel, dafür aber mehrere Plastikgeschenke. „Warum gibt man nicht mehr Buchtitel aus oder papierene Rätselhefte statt Plastikzeug?“, fragt sich die Mutter. Spielzeug ziehe viel mehr, sagt Elisabeth Eschbach. Die Bücher seien toll, aber ihre Kinder (fünf und sieben Jahre) bestellten lieber die geschenkten Plastikfiguren. Auch bei Eschbachs landen die Plastikfiguren binnen einer Woche im Müll.

Muss das sein? Das hat das „Fenster“ McDonald’s Österreich gefragt. Sprecher Wilhelm Baldia weist auf baldige Änderungen hin. „Statt bisher eine Million Bücher wollen wir bis 2025 zwei Millionen Bücher im Happy Meal ausgeben“, so Baldia. Sollten Bücher fehlen, könnten sich Kunden melden (per E-Mail an
kundenservice@mcdonalds.at).

Das Plastikspielzeug wolle man um 50 Prozent reduzieren. 2020 soll zumindest einen Monat lang kein Plastikspielzeug im Happy Meal stecken. Gerüchte, wonach McDonald’s zurückgegebenes Spielzeug wegwerfe, weist der Pressesprecher zurück. Es werde weiterverwendet.

Land prüft Möglichkeiten zur Plastikreduzierung

Plastikmüllvermeidung forcieren die Salzburger Grünen in einem aktuellen Landtagsantrag. Jeder Salzburger verursache jährlich rund 20 Kilo Plastikmüll, großteils Verpackungen. Die Grünen fordern die Landesregierung dazu auf, im eigenen Bereich Möglichkeiten zur Plastikreduzierung zu prüfen. Ein Bericht soll bis 30. September vorliegen.
Gegen das achtlose Wegwerfen („Littering“) von Einweg-Getränkeflaschen/-dosen-/ToGo-Bechern forderte der grüne Umweltlandesrat Heinrich Schellhorn auf der Konferenz der Landesumweltreferenten jüngst ein Pfandsystem. Die Bundesländer unterstützten Schellhorns Antrag.

Von Sabine Tschalyj

Happy Meal: Plastikzeug nervt umweltbewusste Eltern. Bild: Sigrid Scharf