Hochsommer als Zeit des Ozons

Gute und böse Sauerstoffatome. Die einen bilden die Ozonschicht. Die anderen belasten uns bei viel Straßenverkehr.

Die heißeste Zeit des Jahres ist die Hochsaison des Ozons – allerdings nur in Bodennähe, wo es unerwünscht ist. Anders ist die Situation in der Stratosphäre, 15 bis 50 Kilometer über dem Erdboden: In dieser Höhe ist die Luft extrem trocken, Wolken können sich daher kaum bilden. Diese Schicht weist jedoch ein anderes wichtiges Merkmal auf: Sie enthält das Spurengas Ozon, ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molekül.

Der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts liefert dort ausreichend Energie, um Sauerstoff zu spalten. Dadurch können sich die einzelnen Sauerstoffatome zusammenschließen und eine weitreichende Ozonschicht bilden, die in dieser Höhe äußerst positive Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Erde hat. Ein großer Anteil der UV-Strahlung wird nämlich vom Ozon aufgenommen, somit gelangt weniger davon auf die Erdoberfläche. Die Strahlung wird in Wärme umgewandelt, was übrigens auch der Grund dafür ist, dass die Temperatur innerhalb der Stratosphäre um bis zu 60 Grad höher ist als an der Obergrenze der Troposphäre, wo man bis zu -60 °C misst.

Ozon ist also nicht immer schlecht und böse – zumindest nicht in dieser Höhe. Es gibt aber auch jenes bodennahe Ozon, das sich in unserer Atemluft bildet. Es entsteht durch die Reaktion von Stickoxiden (vor allem Emissionen aus dem Verkehr) mit Sauerstoff unter dem Einfluss von Sonneneinstrahlung und kann in größeren Mengen zu Reizungen der Atemwege führen. Die gute Nachricht ist: Es gibt durchaus Prozesse, die zum Ozonabbau beitragen, womit Bildung und Spaltung oft im Gleichgewicht stehen.