Nachgerechnet: Bildung in Zahlen

Bildungsstand der österreichischen Bevölkerung hat laut Statistik Austria in den vergangenen 35 Jahren zugenommen.

Demnach liegen der Anteil von Akademikern bzw. Männern und Frauen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, mit 17 und 18 Prozent eng beisammen. Im Jahr 1981 verfügten nur 4,5 Prozent über einen Hochschulabschluss, während fast die Hälfte (46 Prozent) der Bevölkerung nicht mehr als die Pflichtschule absolviert hatten.

Bild: Statistik Austria

Jeweils rund ein Drittel der Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren haben heute eine mittlere oder höhere Schule besucht bzw. eine Lehre abgeschlossen. Der Lehrlingsanteil ist mit 31 und 34 Prozent im genannten Zeitraum beinahe gleich geblieben.
Sieht man sich die Arbeitslosenzahlen an, so zeigt sich, dass jene mit geringer (Aus-)Bildung am häufigsten ohne Job sind, während Akademiker am seltensten beim AMS gemeldet sind.

In einer ebenfalls vor kurzem veröffentlichten Studie haben Forscher der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) die These widerlegt, wonach ein Rückgang der Geburten und damit eine höhere Zahl der Erwerbstätigen den wirtschaftlichen Aufschwung eines Landes beflügelte (Demografische Dividende). Ihren Ergebnissen zufolge sei „nicht die niedrige Kinderzahl, sondern ein steigendes Bildungsniveau entscheidend für das spätere Wirtschaftswachstum“, wie es WU-Professor Jesus Crespo Cuaresma in einer Aussendung formulierte und damit den Schluss zog: „Unsere Studie bestätigt wieder, dass vor allem Bildung die Schlüsselkomponente für unsere Zukunft ist.“

Zentralmatura mit Anlaufschwierigkeiten

Im Zusammenhang mit einer Untersuchung über die Ergebnisse der heurigen Zentralmatura hat sich gezeigt, dass der Bildungsstand der Eltern auch das Abschneiden derer Söhne und Töchter beeinflusst. Je höher dieser ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die Matura beim Sommertermin zu bestehen. Etwas über 36.000 Schüler und Schülerinnen sind im Mai/Juni 2019 zu den Abschlussprüfungen einer AHS oder BHS angetreten.

Blickt man die vergangenen zwei Jahre zurück, die seit Einführung der Zentralmatura vergangen sind, werden folgende Tendenzen sichtbar: Die positiven Abschlüsse sind leicht zurückgegangen bzw. werden erst bei späteren Terminen erzielt. Auch die Zahl derer, die nach der Matura auf eine Universität oder andere Hochschule wechseln, ist leicht rückläufig. Allgemein haben die Maturanten in Deutsch und Englisch zuletzt besser abgeschnitten, auch Mathematik haben generell mehr bestanden, wobei Salzburg zusammen mit der Bundeshauptstadt den traurigen letzten Platz belegt.

Mädchen schneiden besser ab als Burschen

Als begünstigende Faktoren für einen erfolgreichen Abschluss der Matura führt die Statistik Austria diese Punkte an: Bildungsstand und Geburtsland der Eltern, Geschlecht, Schultyp, Schule und Klasse bzw. ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
So schließen mehr Mädchen als Burschen die Schule positiv ab, auch Schüler und Schülerinnen, die nach der Volksschule durchgängig eine AHS besuchten, erzielten bessere Ergebnisse als jene, die zunächst eine Hauptschule oder Neue Mittelschule besucht hatten. Weniger Einfluss hingegen hätten Umgangssprache oder das Bundesland.

Von Michaela Pircher

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