Klimawandel? Nicht in Wien und Brüssel

Ein Hauen und Stechen. Ja, es hat mit voller Wucht eingesetzt. Es geht um Macht. Da muss die Rettung der Welt warten.

Es geht um Macht, Einfluss, Geld. Deshalb herrscht Gedränge um die besten Plätze an den Schalthebeln. Ein eher trauriges Spiel ist da dieser Tage zu beobachten. Die ernüchternde Einsicht lautet: Ein politischer Klimawandel ist in Wien und Brüssel derzeit (noch?) nicht zu erkennen.

Der reale Wandel unseres Klimas, der ist hingegen längst da, legt von Jahr zu Jahr an Dynamik zu. Er wird von offizieller Stelle Greta Thunberg, diesem ungewöhnlichen Mädchen aus Schweden, überlassen. Sie wird eingeladen, hofiert, fotografiert – und benutzt. Das ist dann die politische Botschaft an Europa, an die Welt: „Seht ihr das Foto? Hier stehe ich mit Greta. Bin ich nicht ein guter, ein engagierter Mensch?“ Das ist, mit Verlaub, in Summe dann doch ein wenig wenig.

Diesen Stillstand nehmen in Salzburg auch immer mehr junge Menschen empört zur Kenntnis. Zahllose Schülerinnen und Schüler marschieren deshalb an Freitagen los. Sie demonstrieren. Sie mucken auf. Sie erhöhen Woche für Woche den Druck. Sie zeigen politisches Engagement. Viele Jahre gab es das nicht mehr. Doch die Zeiten ändern sich. Das ist eine verdammt gute Botschaft: Die Jungen deklarieren sich. Nicht nur an Freitagen.

Denn, wie es Kollegin Mareike Fallwickl in ihrer Kolumne auf Seite 19 wieder einmal so treffend schreibt: Es gibt keinen Planet B.

Von Heinz Bayer