Zwei starke Frauen helfen in Indien

Karate für die Mädchen, Wasser ohne Keime. Karate-Ass Alisa Buchinger und Krankenschwester Sophia Simon machen es möglich.

Kinder der untersten Kaste in Indien erwartet ein hartes Leben. Jenen in drei Dörfern nahe Bodhgaya im Nordosten Indiens verbessern zwei Salzburgerinnen ihre Startchancen. Karate-Weltmeisterin Alisa Buchinger und Krankenschwester Sophia Simon sind sich noch nicht begegnet, haben aber beide ihr Herz an das Los dieser Kinder gehängt. Jede der beiden hilft auf ihre Art – und die wirkt ganz offensichtlich.

Karate-Ass Buchinger ist Patin des dortigen Karate-Projekts. Rund 100 Mädchen in den drei Volksschulen der Dörfer lernen dabei Karate. Zwei Mal pro Woche nach dem Unterricht, mit einer indischen Trainerin. Sie üben Selbstverteidigung gegen die vielen sexuellen und gewalttätigen Übergriffe. Buchinger hat die Mädchen schon zwei Mal besucht. Sie will ihnen ein besseres Leben ermöglichen. „Ich setze mich für die Mädchen in Indien ein, weil ich etwas zurückgeben will, was mir ermöglicht wurde“, sagt die Sportlerin.

Als das österreichische Sportministerium im Vorjahr die finanzielle Starthilfe einstellte, griff die junge Salzburgerin selbst ein.  Mit einer Crowdfunding-Kampagne sammelte sie Spenden, vor allem in Salzburg, damit die Mädchen zumindest bis September 2019  trainieren können (Spenden für die Fortsetzung ab September werden weiter benötigt).

 

Sophia Simon aus Salzburg: „Mit dem WADI-Gerät und der Sonne wird das Wasser keimfrei.“ Bild: privat

In den Schulen der Karatemädchen packt seit Anfang März auch Sophia Simon an. Als das „Fenster“ sie telefonisch erreicht, hat sie gerade bei 42 Grad den Vormittagsunterricht  beendet. Die langjährige SALK-Krankenschwester ist für einen erkrankten Lehrer eingesprungen. Noch öfter als die Lehrer sind die Schüler krank. „Wegen des schlechten Wassers und mangelnder Ernährung“, schildert Sophia Simon.

Sie will das ändern. Als Volontärin bei der österreichischen Kinderhilfsorganisation „Sonne international“ bringt sie  dieses und nächstes Jahr den Kindern in den drei Schulen Wesentliches bei.
Neben Schulstoff und Hygieneregeln ist ein Wasserprojekt zentral. Das   mit Kolibakterien verschmutzte Grundwasser wird in Plastikflaschen gefüllt und mit Hilfe der Sonneneinstrahlung desinfiziert. Wann die Sonne ihre Wirkung getan hat, zeigt das kleine Gerät „WADI“ (Water Desinfection) mit einem lachenden Smiley an. WADI stammt aus Österreich. Die Wiener Firma Helioz  verkauft es um je rund 15 Euro. Simon: „Nach den Schulen möchten wir WADIs  im Dorf verbreiten. Auch Analphabeten können leicht damit umgehen.“

Das Bewusstsein der Menschen zu ändern, sei schwierig und zugleich spannend. „Wir wollen  hier ein Projekt aufstellen, das auch dann noch funktioniert, wenn wir wieder weg sind.“ So schaut Hilfe zur Selbsthilfe aus. Damit die Kinder in den drei Dörfern ausreichend Essen bekommen und somit öfter in die Schule kommen können, hat sie eine eigene Spendenaktion (siehe unten) und einen Blog  gestartet. Vielleicht begegnen sich die Karateka und die Krankenschwester einmal in Bodhgaya. Diese hat schon  beschlossen: „Ich bleibe wohl länger hier.“

Von Sabine Tschalyj

Spenden:
Sonne International, BAWAG PSK, IBAN: AT79 6000 0005 1006 1977, BIC: BAWAATWW. Betreff: „Karate“ oder „Verpflegung in Indien“

Sophias Blog: www.sonne-international.org/Blogs/

Bild oben: Karate-Weltmeisterin Alisa Buchinger kämpft für die Mädchen in Bodghaya. Die Salzburgerin rettete mit einer Spendenkampagne das Karatetraining für 100 Mädchen.  
Bild:Red Bull Content Pool