Die Stadt, der Müll und die Not

Das Salzburger Fenster traf einmal mehr den Nerv. Die Rückmeldungen sind enorm. Und halten an.

Der Bericht von Kollegin Sabine Tschalyj über Zigarettenstummel, die quer durch Stadt und Land verstreut herumliegen, stieß auf breites Echo.
Noch etwas ärgert die Fenster-Leser massiv: Die Menge an kleinem Plastikmüll und „Papierln“, die gedankenlos weggeworfen werden.

Jetzt folgt eine politische Reaktion: Die Stadt-SPÖ beantragt ein Reinhaltegesetz, damit Salzburg wieder sauberer wird. Ob das Problem per Verordnung zu lösen ist, wird sich zeigen. Die vom Salzburger Fenster angestoßene Diskussion wird aber hoffentlich die Sensibilität schärfen – und zwar bei alle jenen, die glauben, Stadt und Land, Wald und Wiesen wären nichts anderes als ein großer, wunderbarer Mistkübel, in dem alles Platz hat.

Auch ein weiterer Bericht im Fenster bleibt mit Garantie nicht ohne Reaktionen. Das lässt sich jetzt schon sagen. Sonja Wenger, unsere engagiert und unerschrocken recherchierende Kollegin, geht diesmal auf Seite 6 und 7 der Frage nach, wie die Stadt Salzburg die latente Wohnungsnot lösen will.
Wohnen zu leistbaren Bedingungen ist durchaus als Menschenrecht zu betrachten. Für die Umsetzung hat die Politik zu sorgen. Das kann nicht bloß wie ein Heilsversprechen als Mantra im Wahlkampf daher gebetet werden. Das hat bitte zu geschehen.

Die Grundvoraussetzung, damit endlich ein echter Wurf gelingt, ist ein gedeihliches Miteinander. Der von Vernunft und Verantwortung getragene Zusammenhalt aller politischen Entscheidungsträger. Für Blockademaßnahmen, die auf ideologischen Gegensätzen beruhen, ist kein Platz mehr. Dafür ist der Mangel an leistbarem Wohnraum in und rund um Salzburg zu groß. Die Bürger wollen Lösungen.

Wie grausam sich politisch-moralische Verfehlungen auswirken und zugleich an der politischen Kultur fressen wie Salzsäure, ist auf Bundesebene zu erleben. In Salzburg kann die Politik zeigen, dass es auch anders geht.

In der Stadt. Auf dem Land und letztlich im Miteinander aller.

Von Heinz Bayer