Nicht alle Fette machen krank und dick

Erstaunliche Effekte durch richtige Ernährung: Wertvolle Fette können nicht nur schlank, sondern auch gesund machen.

Lange hielt sich – vor allem, aber nicht nur in Amerika – die Meinung, zu viel Fett in der Nahrung führe zu Übergewicht und letztlich auch zu Herzinfarkt. Dies nämlich hatte eine US-Studie in den Sechzigern bewiesen. Ob die Ergebnisse nun, wie manche behaupten, gefälscht bzw. von der Zuckerindustrie so in Auftrag gegeben wurden oder nicht, ist eigentlich unerheblich. Viel wichtiger sind aktuelle Erkenntnisse. Nämlich dass bestimmte Fette das Bauchfett reduzieren und sogar gesundheitsfördernd sein können.

Die deutsche Ärztin und Ernährungsexpertin Anne Fleck berichtet etwa in ihrem aktuellen Buch: „Ran ans Fett“ ausführlich über positive Erfahrungen bei Patienten. Demnach verfüge Fett, wenn es vernünftig eingesetzt wird, über das Potenzial, chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Übergewicht, Depression, Alzheimer und Krebs – vorzubeugen, diese zu lindern und sogar zu heilen.

Auch die Salzburger Ernährungsexpertin Maria Benedikt bestätigt: „Neben Eiweiß und Kohlenhydraten ist Fett ein wichtiger Nährstoff und Energiespender für unseren Körper.“

Auf gute Qualität achten

Entscheidend ist dabei aber, welches Fett man verwendet. Benedikt erklärt: „Hochwertige Fette enthalten essenzielle (lebensnotwendige) Fettsäuren, die der Körper nicht selbst produzieren kann und die daher mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Zudem sind Fette und Öle auch für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wichtig und leisten einen großen Beitrag für die Darmgesundheit.“

Doch um welche Arten handelt es sich? Da wären zunächst einmal die Omega-3-Fettsäuren. Sie haben maßgeblich Einfluss auf eine gesunde Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen, stärken das Immunsystem und vermindern das Risiko für erhöhte Triglyceridwerte, Bluthochdruck und die Entstehung koronarer Herzerkrankungen. Man findet sie vor allem in Raps-, Lein-, Soja- oder Walnussöl und in fettem Fisch (Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch).

Omega-6-Fettsäuren wirken entzündungshemmend sowie blutdruck- und cholesterinsenkend. Sie sind in Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl sowie Fleisch und Milch enthalten. Benedikt empfiehlt eine Zufuhr im Verhältnis 5:1 zwischen Omega-6 und Omega-3. „Eine wichtige Ergänzung stellen auch Nüsse und Samen dar“, so die Expertin.

Entscheidend sei auch die Zubereitungsart: „Rapsöl eignet sich sehr gut zum stärkeren Erhitzen, aber auch natives Olivenöl ist bis zu 180° hitzestabil. Jedoch: Das Öl sollte auf keinen Fall zu rauchen beginnen. Durch zu starke Erhitzung nämlich werden wertvolle Fettsäuren und Vitamine zerstört und es können zum Teil gesundheitsschädliche Zersetzungsprodukte entstehen. Zum Frittieren mit sehr hohen Temperaturen nimmt man am besten Kokosfett oder Erdnussöl.

Von Michaela Pircher

Am Bild: Olivenöl ist ein Hauptbestandteil der mediterranen Küche, die einer aktuellen Studie zufolge sogar beim Abnehmen helfen kann. Bild: Pixabay