Der beste aller Hustensäfte: Jetzt herstellen!

 Vorausdenken zahlt sich aus. Der nächste Husten kommt bestimmt. Jetzt ist die beste Zeit, Hustensaft herzustellen.

Jetzt ist die Zeit, wo wir schon an den nächsten Husten im Herbst und Winter denken sollen. Klingt verrückt.
Da gibt es den kaltausgezogenen Hustensaft, den (fast) jeder schon irgendwie erlebt, erfahren oder verwendet hat. Er funktioniert ganz einfach, wenn bestimmte Grundregeln eingehalten werden. Zum Beispiel viel Zucker. Es muss wirklich ein Zuckerüberschuss sein, weil es dann keine Probleme mit Schimmel gibt. Der Zucker ist in diesem Fall das Konservierungsmittel. In der heutigen Zeit ist es schwierig, irgendwo viel Zucker reinzukippen, aber hier muss es sein. Die Art des Zuckers ist Kandiszucker, weil der durch die kristalline Struktur einfach physikalisch besser geeignet ist. Normaler Haushaltszucker klumpt zu stark zusammen und Honig lässt die Fermentierung nicht zu, zu der es am Ende kommen soll.

In Schichten werden nun viel Kandiszucker abwechselnd mit Hustenkräutern in ein Glas gepresst. Von der Größe soll das ein Literglas sein, damit eine gewisse Ausbeute erwartet werden kann. An Hustenkräutern eignen sich Spitzwegerich, Salbei, Thymian und Quendel, Fichtenwipfel, Ysop, Melisse und auch noch andere. Hier einfach nach den eigenen Vorlieben gehen. Diese Schichterei kann sich auch über drei bis vier Wochen hinziehen, bis das Glas voll ist.

Dann wird das Glas an einen guten Platz gestellt, vielleicht ost- oder westseitig an ein Fenster. Oder das Glas wird in die Erde eingegraben. Wichtig scheint hier eine gleichmäßige Wärme über viele Wochen hinweg. Dann beginnt langsam eine leichte Fermentierung, eine Art Gärung, die die Kräuter dunkelbraun verfärbt und einen angenehmen, ganz leicht säuerlichen Duft entfaltet. Es vermehren sich Milchsäurebakterien, die dann zusätzlich zu den Pflanzenwirkstoffen der Kräuter wirken und die gute, physiologische Flora der Halsschleimhaut stärken. Im Oktober wird der Hustensaft abgepresst und unerhitzt in Flaschen gefüllt. Hustensaft dieser Qualität gibt es nicht zu kaufen!

Von Karin Buchart

Karin Buchart  ist Ernährungswissenschafterin und Autorin, www.buchart.at; www.teh.at