Gundelrebe reinigt Gesicht und Verdauung

Sie heißt auch Gundermann, Erdefeu oder Donnerrebe. Bitterstoffe und Saponide machen sie zum Reinigungsmittel.

Wer viele Spitznamen hat ist allseits beliebt. Ich nenn sie Gundelrebe, die kleine Pflanze mit den blau-lila Blüten, die jetzt überall aus dem Gras herausblitzt. Ihre Blätter sind herzförmig, aber da muss man genau hinschauen, um das zu sehen. Später im Jahr wird sie einen Meter lang werden oder noch größer, sich aber doch nie in den Vordergrund stellen. Sie kriecht am Boden dahin, meistens unter den anderen Pflanzen durch. Oft auch an ungewöhnlichen Stellen. An unserem Hochbeet wächst sie regelmäßig zwischen den Holzbalken heraus. Ein bisschen eigenwillig halt, aber sehr entschlossen.

Entschlossen ist auch ihre Wirkung. Die Kombination von Bitterstoffen und Saponinen, den schaumbildenden Inhaltsstoffen, macht sie zum konsequenten innerlichen und äußerlichen Reinigungsmittel. In früheren Jahrhunderten hatte die Gundelrebe auch die Aufgabe, Schwermetalle aus dem Körper zu entfernen. In Berufen, die mit Blei, Quecksilber oder Arsen zu tun hatten, wurde viel und starker Gundelrebentee getrunken. Sie kann aber ebenso gut über die Kräutersuppe wirken. Äußerlich und innerlich arbeitet der Gundelrebenessig an der Reinigung von Haut und Schleimhaut. Bei diesem Rezept bekommt das Kraut Unterstützung vom Apfelessig, der auf die Besiedelung der Flora einwirkt. Die Gundelrebe regt den Haut- und Schleimhautstoffwechsel an, fördert die Ausleitung und harmonisiert auf diese Weise auch das Mikrobiom.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: in eine kleine Flasche einige Stängel der frisch gepflückten Gundelrebe geben und Apfelessig darüber gießen. Bereits nach einer Woche kann der Essig verwendet werden, dabei bleibt das Kraut in der Flasche. Zur innerlichen Anwendung den Essig einfach kulinarisch etwa für Salate verwenden und äußerlich mit mindestens 5 Teilen Wasser verdünnen. Ein solches Gundelrebengesichtswasser reinigt wunderbar – und der Essig verduftet schnell.

Von Karin Buchart

Karin Buchart, ist Ernährungswissenschafterin und Autorin,
www.buchart.at; www.teh.at

Foto oben: Gundelrebe. Bild: Pixabay