Kanupolo startet auf dem Salzachsee in die Saison

Das sonnige Frühlingswetter der letzten Wochen leitet die Kanupolo-Saison ein. Kanupolo? Das ist wie Handball auf dem Wasser.

Fünf Spieler auf jeder Seite des Spielfelds. Jeder von ihnen sitzt in einem Kanu. Vor sich ausgestreckt halten sie ihr Paddel und warten auf den Pfiff.
Beim Kanupolo können die Spieler den Ball werfen oder das Paddel als Schläger nutzen, um den Ball auf die andere Hälfte des Spielfeldes schleudern, im Fachjargon „schlenzen“.

Bisher konnten die Spaziergänger an der Königsseeache Sportler beim Kanupolo beobachten, seit vergangenem Sommer haben die Spieler ein neues Trainingsfeld auf dem Lieferinger Badesee. Für Vereins-Obmann Tobi Nietzold war der Umzug lange ersehnt. „Durch die starke und kalte Strömung der Königsseeache und das Treibgut im Frühjahr konnten wir oft nicht trainieren.“
Jetzt ist das anders. Der Lieferinger Badesee, der kleinste der drei Salzachseen, biete die idealen Voraussetzungen für das Spiel und ist vom Stadtzentrum aus mit dem Rad erreichbar. Deshalb erklärten die Kanupolo-Spieler bereits Mitte April die Winterpause mit Training im Fitnessstudio für beendet, stiegen in ihre wendigen Kanus und üben seither auf dem Wasser.

Foto: Maren Nietzold

Ein Spiel dauert 20 Minuten. Das Wasser spritzt, wenn das Kanu von Nietzold das seines Spielgegners rammt. Sie kämpfen um einen bunten Wasserball. Zur Sicherheit tragen die Spieler Helme mit Visier und spezielle Westen: Zum Schutz in den zahlreichen Zweikämpfen um den Ball.
Das Spiel ist schnell und ändert laufend die Richtung. Neben dem „schlenzen“ und „rammen“, versuchen die Spieler die Kanus der gegnerische Mannschaft zu „unterschneiden“. Dabei drücken sie die Boote mit der Spitze oder dem Heck des eigenen Kanus unter Wasser, eine Technik um ein Tor abzuwehren oder in Besitz des Balls zu kommen.
Der Ball fliegt hoch und landet im Tor, das zwei Meter über der Wasseroberfläche hängt. So ähnlich wie beim Basketball, nur dass die Tore auf dem Wasser schwimmen.

Foto: Maren Nietzold

Salzburger Team auf dem zweiten Platz in Österreich

Gemütlich über den See paddeln machen Kanupolo-Spieler keineswegs. Auch Outdoor-Sportler, die vom Wildwasserkajaken begeistert sind, können vom „Handball des Wassers“ lernen. Nietzold: „Die Techniken, die die Spieler beim Kanupolo spielerisch anwenden, muss man auch auf dem Fluss beherrschen.“ Der Wahlsalzburger hat selbst mit Wildwasserkajak begonnen, dann wechselte er zu Kanupolo. Warum? „Weil es vielseitiger ist und zugleich weniger Aufwand benötigt wird.“

Als Student spielte er im deutschen Kanupolo-Nationalteam und in der Bundesliga. Dann verschlug es ihn nach Salzburg und er stellte 2013 die erste Mannschaft auf die Beine. Zwei Jahre später entstand daraus der Verein Kanupolo. Zusammen mit dem österreichischen Nationaltrainer Florian Godde trainiert Nietzold seitdem das Salzburger Team.
Dank des neuen Feldes fand im vergangenen Jahr die Österreichische Kanupolo-Meisterschaft zum ersten Mal in Salzburg statt. Nur knapp entging dem Salzburger Team der erste Platz. Die Revanche erfolgt im August in Wien.

Kurs ist immer mittwochs von 18-20 Uhr mit Voranmeldung.
Ohne Anmeldung an den „Testdays“ am 27.6, 25.7.
und 7.9. Mehr unter:
www.kanupolo-salzburg.at

Foto: Maren Nietzold

Foto: Maren Nietzold

Foto: Maren Nietzold

Anna Boschner