Weg mit Tschicks und Kaugummis

Mit der Unsitte, alles fallen zu lassen, sollte Schluss sein. Ein Littering-Verbot wäre sinnvoll für Salzburg.

Damit eine Unsitte endet, braucht es ein Bekenntnis. Will die Salzburger Stadtpolitik, dass nicht mehr so viele Zigarettenstummel und Kaugummis am Asphalt und in der Natur landen, muss sie sich dazu bekennen. Tut sie  nicht. Dabei wäre ein Littering-Verbot sinnvoll für Salzburg.

Sicher stimmt das Gegenargument, man solle nicht alles  regulieren. Dann wird halt weiterhin die Tschick neben die Parkbank geschnippt und der Kaugummi auf den Gehsteig gespuckt. Als störe das niemanden. Kontrollorgane einzustellen, würde sogar Geld kosten.  „Der Kontrollaufwand ist nicht kostendeckend“, gibt man im deutschen Mannheim zu, das Tschickwegschnippen mit 75 Euro und Kaugummiausspucken mit 100 Euro bestraft.

Doch ein Littering-Verbot bringt viel mehr Vorteile als Nachteile. Wo es sauber ist, steigt die Aufenthaltsqualität. Man fühlt sich wohler, wo es schön ist. Auch das Sicherheitsempfinden nimmt zu. Die Reinigungkosten, die wir mit unseren Steuern bezahlen, sinken.
Nicht zuletzt halten wir damit unsere Umwelt sauber. Tschickstummel und Kaugummis sind ja nicht weg, wenn wir sie wie bisher fallenlassen. Im besten Fall werden sie von Mitarbeitern der Müllabfuhr oder  von Freiwilligen beseitigt. An vielen Stellen in der Stadt und auf den Stadtbergen bleiben sie aber oft ewig liegen.  Zigarettenfilter bringen Giftstoffe in den Boden und zerfallen erst nach Jahren – in kleinste Mikroplastikteile, die im Grundwasser landen.

Wenn eine Stadt umfassend informiert, allerorts Ascher an Mistkübeln anbietet und Unbelehrbare straft, schätzen das die Bürger. 85 Prozent der Wiener halten  die „Waste Watcher“ für eine gute Einrichtung. Eigenverantwortung macht Sinn.