Blüten sagen mehr als Kommastellen

Wir sehen es derzeit überall: Viele Pflanzen blühen früher im Jahr als in den vergangenen Jahrzehnten. Ursache ist die Klimaerwärmung.

Der Klimawandel ist in aller Munde – doch trotz aller Medienaufmerksamkeit tun sich noch viele Menschen schwer damit, die bereits erfolgten sowie die erwarteten zukünftigen Änderungen zu begreifen. Weltweit ist es in den letzten hundert Jahren bislang um
1 Grad wärmer geworden, in Salzburg um 2 Grad. Hat es jetzt also an einem durchschnittlichen Frühjahrstag am Nachmittag 21 Grad statt 19 Grad? Kann uns das nicht egal sein? Das zu glauben, wäre fatal: Schließlich handelt es sich um Änderungen der Mitteltemperaturen. Viel vorstellen kann man sich darunter aber eben nicht.

Viel leichter tun sich die meisten Menschen, wenn statt Kommastellen sichtbar wird, was sich in der Natur bereits in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Die Phänologie beobachtet die Entwicklung der Pflanzen und des Verhaltens der Tiere in Abhängigkeit von der jahreszeitlichen Witterung. Die Eintrittsdaten verschiedener Ereignisse wie Austrieb, Blattentfaltung, Blüte, Reife, Laubverfärbung und Blattfall werden aufgezeichnet. Analysiert man den zeitlichen Verlauf von phänologischen Beobachtungsdaten, wird vor allem in den Frühjahrsmonaten der Einflussfaktor der Lufttemperatur deutlich. Auf diese Weise ist die Phänologie ein idealer Bio-Indikator für Änderungen des Klimas, da er positive wie negative ökologische Auswirkungen des Klimawandels gut verständlich aufzeigt.

Die Klimaerwärmung hat die Vegetationsperiode in Österreich in den letzten Jahrzehnten bereits um zwei bis drei Wochen verlängert. Wenn  Sie uns an Ihren Beobachtungen teilhaben lassen wollen, finden Sie nähere Infos dazu auf der Website www.phenowatch.at.

Aktivitätstipp:

Zum Baden sind die meisten Gewässer noch zu kühl.  Der Boden ist mittlerweile so warm, dass Hobbygärtner bereits  viele Blumen- und Gemüsesorten aussäen können.

Das Wetter in dieser Woche

Die Temperaturen passen gut zur Jahreszeit, durchziehende Störungen bringen recht wechselhafte Bedingungen. Regenschauer sorgen für einen Abbau des Niederschlagsdefizits.