Shi Hong Tsu & der Zauber des Sommers in Siena

Politiker adelt er, wenn er sie zeichnet. Und den Fans schenkt er täglich ein Lächeln: der Karikaturist Thomas Wizany.

Müsste man seine bevorzugte Waffengattung benennen, fiele die Wahl ganz ohne Zweifel auf das Florett. Denn der Karikaturist Thomas Wizany kreuzt liebend gerne die Klinge. Er tut es freilich nur spielerisch, symbolisch, leichten Fußes und mit lockerer Hand. Aber täglich.

Zum Fernduell mit dem perfekt gesetzten Strich und dem feinen, stichelnden Humor, bittet er in der Regel Politiker aller Couleurs und aller politischer Gewichtsklassen. Doch auch die hohe Kunst, Themen aus der weiten Welt der Wirtschaft oder das ganz normale Leben mit all seinen hinterlistigen Falltüren liefern ihm den Stoff, aus dem die gute Karikatur entsteht.

Wizany zur Situation in Gaißau-Hintersee.      www.sn.at/wizany

Offen und interessiert an allem dauert es meist kaum eine Stunde, ehe nach dem Gespräch mit der Redaktion per E-Mail angesaust kommt, was täglich zig-Tausende Zeitungsleser zum Schmunzeln bringt. Wobei den Maestro auch auszeichnet, dass er ein Könner im Umgang mit Sprache und Wort ist.

Schwerstens italophil, wurde ihm die Ehre zuteil, in eine der Contraden von Siena aufgenommen zu werden. Das schafft kaum jemand, der nicht in Siena geboren wurde. Seine Contrada ist jene von Leocorno, also des Einhorns. Siena wurde dem 1967 in Salzburg Geborenen längst zu einer Art zweiter Heimat. Das alljährlich zwei Mal stattfindende Pferderennen (Palio) ist für ihn ein Fixtermin.

Wizany studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Meisterklasse von Gustav Peichl). Elf Jahre arbeitete er als Architekt in Salzburg. Seit 1987 ist er Karikaturist der Salzburger Nachrichten.

In der Bachschmiede Wals sind bis 5. Mai viele aktuelle Arbeiten von Wizany zu sehen. Arbeitstitel: „Man trägt wieder Kurz – Neueste politische Modetrends.“

Von Heinz Bayer

 

Bild Thomas Wizany: Heinz Bayer

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