Mitfreuen ist beim Ehrenamt das Schönste

Freiwillige schnuppern am 17. Mai. Da öffnen Sozialeinrichtungen in Stadt und Land ihre Türen für Interessierte.

Wenn freitags in der Elternberatung in Aigen Jonglierbälle durch die Luft fliegen, liegt das an Christoph Donnerbauer. „Nach 40 Minuten Hausaufgaben braucht man eine Pause“, erklärt der selbstständige Organisationsentwickler. In der Elternberatung hilft er ehrenamtlich Schulkindern beim Lernen. Saskia (Bild) und etliche andere Kinder konnten ihren Lernerfolg mit Donnerbauers Hilfe schon verbessern.
Was er selbst von seinem Engagement in der „Lernbrücke“ des Diakoniewerks hat? „Das Mitfreuen ist das Schönste“, antwortet der Salzburger. Er bringt den Kindern bei, dass sie  die richtigen Schulbücher mitbringen, beim Englischlernen eine Vokabelbox benutzen und Jonglierpausen einlegen, bevor „der Kopf raucht“.

„Wenn ein Kind  dann strahlt, weil es im Lauf der Zeit merklich aufholt, freut  mich das ungemein“, sagt Donnerbauer. Er lerne auch von den Schülern, meint er schmunzelnd: „Ich bin über 55, meine Kinder sind aus dem Haus. Ich weiß ja sonst gar nicht mehr, wie die Jugend tickt.“ Freiwillige wie Christoph Donnerbauer bringen ihre Talente in verschiedensten Bereichen ein. Sie leisten damit einen großen Beitrag zum Gemeinwohl. Fast die Hälfte der Salzburgerinnen und Salzburger ist in irgendeinem Ehrenamt tätig. Ein Vorteil: Im Unterschied zu einem Volontariat oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr kann man aufhören, wenn man nicht mehr mag oder kann. Doch es fragen sich viele: Was liegt mir? Wo kann ich mich einbringen?   Ins Ehrenamt schnuppern kann man am Freiwilligentag des Freiwilligenzentrums Salzburg am Freitag,  17. Mai 2019.

Welches Ehrenamt liegt mir? Einrichtungen öffnen Türen

„Wir suchen nicht nur für Schulkinder, sondern auch für Senioren, Menschen mit Behinderung oder Obdachlose Freiwillige“, sagt Dagmar Ziegler, Leiterin des Freiwilligenzentrums. Ziel der Veranstaltung ist es, noch mehr Menschen für einen ehrenamtlichen Einsatz zu gewinnen. Gesellschaftliche Veränderungen machen es nötig: Sozialeinrichtungen und Einsatzorganisationen können immer weniger auf jahrzehntelange Treue zählen. Die geschätzten Zivildiener werden wegen geburtenschwacher Jahrgänge weniger.
„Früher war man  20 Jahre beim Roten Kreuz. Heute wechselt man schneller, weil man sich etwas anderes anschauen will“, beschreibt  Ziegler. Um Freiwillige zu gewinnen und zu halten, bilden die Einrichtungen inzwischen eigene Koordinatoren für sie aus. Als Zuckerl bekommen Freiwillige Fortbildungen, etwa wie man mit Demenzpatienten umgeht. So eine Fortbildung kann auch im eigenen Umfeld nützlich werden.

Neben der Arbeit mit Kindern und Senioren kann man am 17. Mai auch in andere Arbeitsfelder hineinschnuppern. So sucht der Sozialmarkt SOMA in der Plainstraße Frauen und Männer, die im Geschäft mitanpacken. Für die Jugendnotschlafstelle sind noch Freiwillige gefragt, die beim Teppichreinigen und Ausmalen helfen.  Die Lebenshilfe lädt in der Hinterfeldstraße zum Weben mit Menschen mit Behinderung ein. Wer am 17. Mai keine Zeit hat, kann sich auch in die Freiwilligenbörse eintragen.
Link:  www.freiwilligenzentrum-salzburg.at/freiwilligenboerse

Der Freiwilligentag

Für den 2. Salzburger Freiwilligentag kann man sich noch bis 10. Mai anmelden.
Veranstalter ist das Freiwilligenzentrum Salzburg. Dessen Träger sind Caritasverband und  Diakoniewerk Salzburg, Land,  Hilfswerk und  Samariterbund Salzburg. Anmeldung & Infos: www.freiwilligenzentrum-salzburg.at

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Christoph Donnerbauer hat als  Lernbegleiter Saskia und etliche andere Schulkinder beim Lernen unterstützt. Er sagt: „Es ist super, wenn man die Fortschritte der Kinder mitkriegt.“ Bild: Diakonie Salzburg

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