Mehr als nur die Erfüllung eines Grundbedürfnisses

„Hauptsache, ein Dach überm Kopf!“ – So bescheiden sind die Ansprüche ans Wohnen längst nicht mehr

Zusatzangebote erhöhen Wohnqualität.Speziell in Wohnanlagen mit vielen Parteien geht man heute neue Wege. Einladende Außenbereiche mit Sitzgelegenheiten und Spielbereichen sollen dem persönlichen Vergnügen dienen und die Gemeinschaft unter den Bewohnern fördern.

Häufig gibt es sogar noch weitere Goodies wie Hobbykeller, Rodelhügel oder diverse, der Allgemeinheit zur Verfügung stehende, Räumlichkeiten. Doch erhöht das nicht unnötig die ohnehin hohen Wohnkosten?

„Wir haben beim Projekt Sonnengarten Limberg in Zell am See eine Reihe von Zusatzangeboten verwirklicht und sind trotzdem leistbar geblieben“, erzählt Projektleiter Gotthard Neumayr-Leitinger von der Firma Hillebrand. Wie? Zum einen, weil die Stadtgemeinde günstigen Baugrund zur Verfügung stellte, die Baufirma knapp kalkulierte und es auch Förderungen für das „Smart City Demo Projekt“ gab. Dazu wurde die Bebauungsdichte geringfügig erhöht.

Musikraum und Gästeappartement

Im Vorfeld sah man sich in der Schweiz ähnliche Modelle an. „Eine gute Grundlage für die Entwicklung des Zeller Projektes“, so Neumayr-Leitinger weiter. Und man hat eine Soziologin beigezogen, die das Projekt auch nach der Fertigstellung (noch 2019) über Jahre begleiten wird.

Eine weitere Person wird für die „Wohnraumkoordination“ zuständig sein. Zu ihren Tätigkeiten zählt etwa die Einteilung und Vergabe von bzw. für Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum, das Carsharing und das Gästeappartement der Anlage – falls einmal Besuch kommt, den man in der eigenen Wohnung nicht unterbringt, aber doch in der Nähe haben will. Sogar eine Werkstatt mit 60 qm und ein Musik-/Proberaum inklusive Radiostation befinden sich am Gelände.

Mobilität nach modernen Maßstäben

Ein ebenfalls integrierter Supermarkt und ein Kindergarten sind zu Fuß erreichbar. Dadurch erübrigen sich zahlreiche Autofahrten. Zum Mobilitätskonzept gehören weiters: große Abstellflächen für Fahrräder und E-Bike-Ladestationen über Photovoltaik, das angesprochene Carsharing-Modell – angestrebt werden zwei Fahrzeuge – Elektro-Scooter sowie Ladestationen für Elektroautos. Über ein digitales Bewohnerportal können Bahn- und Busverbindungen in Echtzeit abgelesen und andere nützliche Informationen abgerufen werden.

Leserbefragung: Mehr Autostellplätze oder Carsharing? Ruhe oder Gemeinschaft? Was ist Ihnen beim Wohnen wichtig?
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Von Michaela Pircher

Bildtext: Wohnen spielt sich auch außerhalb der eigenen vier Wände ab. Bild: Hillebrand

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