Die Basensuppe verabschiedet die Fastenzeit

Karin Buchart erklärt die Vorzüge der Basensuppe, die wie ein Tee getrunken wird und Suchtpotenzial hat.

Natürlich darf die Basensuppe auch außerhalb  der Fastenzeit gegessen werden. Und wenn ich es genau überlege, sollte sie eigentlich Basentee heißen. Aber weil wir Salzburger ja keine so übermäßigen Teetrinker sind, lässt sich eine Suppe sowieso besser verkaufen.

Eine Gemüsesuppe ist immer ziemlich basisch. Weil sie ja eiweißarm ist – und die hauptsächlichen Säurebildner sind bestimmte Eiweißbestandteile, genauer gesagt jene Aminosäuren, die Schwefel enthalten. Nicht dass der Schwefel schlecht wäre, die beiden schwefelhältigen Bestandteile sind sogar sehr wichtig und oft die begrenzenden Bausteine beim Herstellen und Erneuern von Körperzellen. Sportler werfen da auch ein besonderes Auge drauf. Die beiden schwefelhältigen Eiweißbausteine haben auch einen Namen: Methionin und Cystein. Viel von diesen beiden steckt in Fleisch, Käse, Eier, Fisch und Getreide.

Während der Verdauung entsteht dann ein Säureüberschuss, der lange Zeit nichts macht, aber über Jahrzehnte dann einige Auswirkungen haben kann. Knochenabbau, Muskelabbau oder Nierenstein stehen oft am Ende der eiweiß- und vor allem fleischlastigen Kost.

Es tut uns gut, zwischendurch viel Erdäpfel, Gemüse und Kräuter zu essen. Vielleicht eine einfache Gemüsesuppe oder Kartoffeln mit grünen Bohnen. Oder eine Gemüsebrühe, die sozusagen wie ein Basischer Tee getrunken wird: Ein halbes Kilo Erdäpfel mit einem Esslöffel Kümmel und einem Esslöffel Leinsamen ungefähr eine halbe Stunde kochen. Da können auch noch andere Gemüsesorten dazukommen, je nach Geschmack. Und natürlich Kräuter und Gewürze, doch wenn möglich kein Salz. Viele werden sich jetzt diesen Gemüsetee gleich grausig vorstellen. Den muss man aber ausprobieren, der hat nämlich Suchtpotenzial!

Von Karin Buchart, Ernährungswissenschafterin und Autorin, www.buchart.at; www.teh.at.

Neuerscheinung: Hausmittel. In einfacher Anwendung zum Heilen und Lindern.  450 Hausmittel, Servus Verlag, 2019

Bild oben: Diese Basensuppe hat Sucht-Potenzial. Bild: Buchart