Kleine Drachen in großer Not

Molche stehen auf der Roten Liste. Sie wandern jetzt. Das Haus der Natur bittet die Bevölkerung, Sichtungen zu melden.

Im Frühling beginnen die Amphibien zu ihren Laichgründen zu wandern. Deshalb sind im Bundesland Salzburg aktuell rund 200 ehrenamtliche Helfer unterwegs, welche die Tiere am Straßenrand einsammeln und sicher auf die andere Seite bringen.

Dass Kröten und Frösche wandern, ist bekannt. Es brechen aber auch kleine Wasserdrachen, die Molche, aus ihren Winterquartieren auf. Wie alle Amphibien stehen sie auf der Roten Liste, was bedeutet, dass sie stark gefährdet und daher gesetzlich geschützt sind.

Zur Hochzeit putzt sich das Kammmolch-Männchen mit großem Kamm auf. Naht ein Goldfisch, war sein Liebesspiel umsonst.  Bild: Peter Kaufmann

In Salzburg leben drei Arten: der Bergmolch, der heuer zum Lurch des Jahres gewählt wurde, der winzige Teichmolch und der in Salzburg extrem seltene Kammmolch. „Die Männchen von Teich- und Kammmolch bilden zur Paarungszeit als Hochzeitskleid einen stolzen Rückenkamm“, weiß Herpetologe Peter Kaufmann vom Haus der Natur.

Unterscheiden könne man die Arten am einfachsten anhand ihrer Bauchfärbung, erklärt der Experte. Während der Bergmolch einen einfarbig orangen Bauch aufweist, hat der Teichmolch verwaschene Flecken auf blassgelbem Grund, der Kammmolch große schwarze Flecken auf orangem Grund.

Goldfische im Gartenteich machen Molch den Garaus

Der Grund für diese genaue Beschreibung: Das Haus der Natur bittet um Mithilfe der Bevölkerung, es sammelt Beobachtungen und nimmt sie in seine Datenbank auf. Denn, so Kaufmann: „Über die Vorkommen der Molche in der Stadt Salzburg ist abgesehen von den beiden großen Amphibienwanderstrecken an der Sinnhubstraße und der Kreuzbergpromenade nur wenig bekannt.“

Es gibt drei Molcharten in Salzburg: den Bergmolch (Hauptbild), er ist „Lurch des Jahres“, den Kammmolch, Bild und – hier im Bild – den Teichmolch. Bilder: Peter Kaufmann

In erster Linie können Teichbesitzer Molche beobachten, denn die Lurche benötigen stehende Gewässer als Lebensraum. Genau das ist ihr Problem: Tümpel und Teiche gibt es oft nur noch in Privatgärten. Und weil sie so hübsch sind, halten viele darin Goldfische. Diese fressen die Eier und Larven der Lurche. Ist man der Goldfische überdrüssig, landen sie häufig in der freien Natur, wo sie ganze Biotope leerfressen (das Aussetzen ist gesetzlich verboten!).

Kaufmann plädiert: „Wer etwas für die wunderschönen Molche tun möchte, der sollte seinen Gartenteich fischfrei belassen. Das erfreut auch andere gefährdete Arten wie Libellen und Wasserkäfer.“

Von Petra Suchanek