Regeln für Männer #3: Schuhe

Über die beste Freundin der Frau sowie über Handtaschen haben wir uns schon unterhalten, jetzt folgt das dritte wichtige Accessoire.

Schuhe. Kann man jetzt drüber streiten, ob Schuhe Accessoires sind oder doch eher was Essenzielles, weil man nicht barfuß rumlaufen kann, aber Sie wissen ja: Ich nehm es nicht so genau und das Meiste nicht so ernst. Statistisch gesehen besitzt eine Frau doppelt so viele Schuhe wie ein Mann, viele davon zieht sie seltener als einmal im Monat an und einige überhaupt nie.

Ist natürlich ein Klischee, das nicht für alle stimmt: Manche Frauen tragen ihr Schuhwerk auf, bis es nicht mehr geht, manche Männer sammeln Sneaker, als wären’s Panini-Pickerl.

Karikatur Thomas Selinger Bild: www.seli.at

Generell aber wird Frauen ein gewisser Schuhtick zugeschrieben, und die Experten – wer auch immer auf dem Gebiet Experte sein kann, Guido Maria Kretschmer vermutlich – haben dafür folgende Erklärungen: Erstens löst Shoppen Glücksgefühle aus. Schön, gell, dass wir in einer Konsumwelt leben, in der es glücklich macht, das Geld, das man sich mit Arbeit, die einen unglücklich macht, einzutauschen gegen Dinge, die man nicht braucht.

Zweitens kaufen Frauen gern Schuhe, weil man an den Füßen nicht fett wird. Ha! Wir Frauen hadern ja ständig mit unserem Gewicht – zumindest will die Schönheitsindustrie, dass wir mit unserem Gewicht hadern – und nehmen ab oder zu, nur unsere Schuhgröße bleibt gleich.

Deswegen können wir mit Schuhen auf Nummer sicher gehen (Tschuldigung). Zwar passen unsere Füße auch manchmal irgendwo nicht rein, aber dann sind nicht die Füße schuld – oder wir, weil wir zu viel Kuchen gegessen haben –, sondern die Schuhe, die sind nämlich zu eng geschnitten. Kurios, dass uns dieser Gedankengang bei Jeans nicht gelingt.

Drittens kauft eine Frau sich mit einem Schuh einen Traum. High Heels zum Beispiel stehen für Verruchtheit, und wir geben Geld aus für das Bild, das wir von uns selbst im Kopf haben: glamourös, mit langen Beinen, die Begierde der Kerle auf uns ziehend. Denn Tausende Filme haben uns gelehrt: Wenn Frauen die richtigen Schuhe an den Füßen tragen, tragen Männer diese Frauen auf Händen.

Die Realität sieht aber so aus, dass diese High Heels sich anfühlen, als wäre man in eine Bärenfalle getreten, und es uns auf die Fresse haut, weil niemand mit einer Bärenfalle laufen kann. Liebe Männer, die Beziehung von Frauen zu Schuhen ist kompliziert. Denn damit wir aufhören können, Schuhe zu kaufen, müssen wir Frauen anfangen, uns selber zu mögen – von Kopf bis Fuß.

Mareike Fallwickl ist Texterin und Autorin. Mail: interaktiv@svh.at

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