Frühjahrsmüde? Hier ist das Gegenmittel

Löwenzahnschnaps macht müde Menschen munter. Wenn der Schnee weg ist, geht es ans Wurzeln ausgraben.

Saubleame sind das bei uns, Löwenzahn ist natürlich ein wesentlich schönerer Name. Und der Löwenzahn liefert mit jedem seiner Pflanzenteile wertvolle Wirkstoffe.   Jetzt im Frühling graben wir die Wurzel aus und bekommen einen Haufen an Bitterstoffen, die unsere Frühjahrsmüdigkeit vertreiben. Die Frühlingswurzel vom Löwenzahn enthält besonders viel davon, weil die Pflanze jetzt alles aktiviert, um neu auszutreiben. Im Herbst ist der Löwenzahn meist leichter zu finden, aber die Herbstwurzel ist auf Inulin spezialisiert. Dieses Speicherkohlenhydrat braucht der Löwenzahn als Energiequelle, um gut über den Winter zu kommen.   Schon der Duft der Pflanze weckt uns auf, ganz abgesehen von der eindrucksvollen Bitterkeit, wenn die Wurzel die Geschmacksrezeptoren am hinteren Teil der Zunge erreicht.

Da schießt sofort ein wärmendes Gefühl bis in die Zehenspitzen hinunter und der ganze Körper wird einmal richtig durchblutet. Auch das Gehirn, weil der Löwenzahn bringt alles in Fluss, sogar die Gedanken. Wenn wir die Löwenzahnwurzel nach alter Pinzgauer Tradition haltbar machen möchten, legen wir sie natürlich in Schnaps ein. Weil ansetzen heißt im Pinzgau meistens einen Ansatzschnaps oder eine Tinktur machen.

Gleich wenn der Schnee die Wiese freigibt, graben wir sie aus, putzen und schneiden sie und füllen sie in ein Glas. Gut mit etwa 40-prozentigem Schnaps übergießen und fest verschließen. Bitterstoffe lösen sich am besten bei einem Alkoholgehalt von 35 bis 50 Prozent.
Ich stelle die Gläser immer an einen guten Platz in der Küche, nicht in die pralle Sonne, aber doch ans Fenster. Eine Mondphase lang, also einen Monat, ziehen lassen, öfter schütteln, dann abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Volksmedizinische Auszüge von Wurzeln haben ein Verhältnis von etwa 1 Teil Wurzel und 20 Teilen Schnaps. Von diesem Löwenzahnschnaps brauchen wir nicht viel, um seine Wirkung zu spüren: 10 bis 20 Tropfen pro Tag reichen da schon aus!

Von Karin Buchart