Der März lässt uns erschaudern

Nicht jeder hat gleich Gänsehaut. Der Lungauer geht mit Minusgraden entspannter um als der Stadt-Salzburger.

Der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten – selbst spätwinterliche Episoden wie in dieser Woche können den Lauf der Dinge, in diesem Fall das rasche Steigen von Sonnenstand und Temperatur, nicht aufhalten. Rasche Luftmassenwechsel sind gerade an der Alpennordseite typisch in der Übergangsjahreszeit.

Gesteuert wird die rasante Achterbahnfahrt der Temperaturen durch den Jetstream. Dabei handelt es sich  um ein Starkwindband mit Windgeschwindigkeiten zwischen 200 und 500 km/h, das sich in 8 bis 12 Kilometer Höhe rund wie ein enger Schlauch um den Globus schlängelt. Flugzeuge nutzen oder meiden diese Zonen – je nachdem, in welche Richtung sie unterwegs sind. Im März liegt der Jetstream häufig über Mitteleuropa oder knapp nördlich davon. Dabei mäandert er stark und bildet große Wellen. Winterlich kalte und teilweise schon frühsommerlich warme Luftpakete wechseln sich mit dem Durchzug dieser Wellen fast im Tagesrhythmus ab.

Wie schnell man an kälteren Märztagen friert, hängt auch vom Alter oder vom Geschlecht ab. Dass Frauen meist leichter frieren, ist eine biologische Tatsache. Auch die Gewohnheit spielt eine Rolle: Wer im Lungau wohnt, geht mit Minusgraden entspannter um als ein Stadt-Salzburger. Wir Meteorologen messen die offizielle Lufttemperatur übrigens im Schatten in zwei Meter Höhe über dem Boden. Im realen Leben fühlen sich Temperaturen aber meist ganz anders an: 10 Grad an der sonnigen Hauswand sind schon T-Shirt-tauglich, im Schatten und mit Wind ist die gleiche Temperatur aber ein gefundenes Fressen für das Märzenkalb!

Aktivitätstipp:

Die Gartenarbeit muss noch pausieren, in Glashäusern oder auf Fensterbänken können aber für
einen raschen Start in die Saison Jungpflanzen von Gemüse und Blumen vorgezogen werden.

Das Wetter in dieser Woche

Es herrschen sehr wechselhafte Verhältnisse mit häufigen Niederschlägen und teils kräftigem Wind. Ab und zu können sich auch Schneeflocken bis in die Täler verirren.