Salzburger Breakdancer tanzen gegen Weltstars

Breakdance-Event „Circle Industry“ lockt am 15. und 16. März zum elften Mal internationale Tanz-Größen in die Stadt.

Begibt man sich derzeit auf die Suche nach Jacky und Jules, sind die beiden Tänzer wohl am ehesten in einem ihrer Übungsräume zu finden. Die Salzburger trainieren  fast täglich zusammen. Denn: In weniger als zwei Wochen treten sie  sowohl gegeneinander, als auch gegen die Besten der Breakdance-Szene an. Sie nehmen bei Circle Industry teil, jenem Salzburger Tanzbewerb, der heuer zum elften Mal die internationale Breakdance-Elite in die Stadt lockt. Die Veranstalter erwarten mehr als 1200 Gäste aus über 15 Ländern.

Die Salzburger Jacky Winter (23) und Jules Reutterer (25) treten bei Circle Industry gegen internationale Größen an. Foto: Anna Boschner

Für die Salzburger Tänzer ein Grund nervös zu sein? Jacky: „Aufgeregt bin ich immer, aber es gibt nichts zu verlieren. Mir  geht es mehr um die Erfahrung als ums Gewinnen.“ Für Österreicher sei es schwer, sich gegen die Profis der Szene zu behaupten. „Dennoch können sich auch Salzburger durch das Event einen Namen machen“, sagt Jules.
Durch die erste Qualifikationsphase im Emailwerk in Seekirchen haben es sowohl Jacky als auch Jules bereits geschafft. Am 15.  März geht der Bewerb in der Szene Salzburg weiter. Im Finale am 16. März tanzen schließlich die vier besten Teilnehmer gegen internationale Breakdance-Größen, die speziell für das Event eingeladen wurden. Alle Tänzer treten in so genannten Battles abwechselnd gegeneinander an. Ein Battle besteht aus ein bis drei Runden.
Bis dahin bedeutet das für Jacky ihre Ausdauer weiter zu trainieren, Jules bereitet sich durch Krafttraining vor. Zudem üben sie ihr Set, sprich ihr Repertoire an Bewegungsabläufen, bei jeder Gelegenheit. Während der Battles haben die Tänzer im Durchschnitt eine halbe Minute Zeit, um das Gelernte zu zeigen. „Das ist körperlich sehr anstrengend. Wenn ich von der Bühne gehe, fühle ich mich oft, als hätte ich einen Sprint hingelegt“, sagt Jacky.

Foto: Anna Boschner

Obwohl die beiden Tänzer während des Breakdance-Events gegeneinander antreten könnten – es gilt das Zufallsprinzip – üben sie zusammen. „Im Battle hingegen zählt nur der Sieg. Trotz unserer Freundschaft wird jeder von uns versuchen zu gewinnen“, erklärt Jules. Bei der Afterparty im Anschluss sei jedoch alles wieder vergessen. „Das ist das Schöne am Breakdance.“

Tanz als Dialog: Wiederholung ist verboten

„Anstatt mit Worten, sprechen wir mithilfe von Tanzbewegungen und Gesten“, erklärt Jacky.   Ein Breakdance-Battle gleiche deshalb mehr einem Dialog zwischen den Tänzern.  Erlaubt sei so ziemlich alles. Jules: „Aber unter keinen Umständen sollte ein Tänzer einen Trick mehrfach zeigen. Das ist absolut verpönt.“  Genauso schlimm  sei es zudem die Bewegungen des Gegners nachzuahmen.
Bei aller Vorbereitung und Disziplin halten Jacky und Jules nichts von festen Choreografien. Jacky: „Bei Breakdance geht es darum zu improvisieren. Nur Technik allein ist langweilig.“

Foto: Anna Boschner

Anna Boschner