Frühlingsgefühle: Der Marder sieht rot

Seine Revierkämpfe spüren die Autofahrer, weiß der ÖAMTC. Die Pannenhilfe rückt verstärkt wegen Marderschäden aus.

Manch Autofahrer erlebt dieser Tage ein böses Erwachen, denn: Die Marder beißen sich gerade wieder munter durch die Motorräume. Das liegt am nahenden Frühling. Die Tage werden wärmer, das bringt das Liebesleben der Nager in Fahrt. Und mit den Frühlingsgefühlen beginnen die Revierkämpfe.

Ein Marder ist für das Auto noch kein Problem, erst der zweite. Parkt man in unterschiedlichen Revieren, hat dies unangenehme Folgen. Denn Mardermännchen markieren ihr Revier. Riecht es die Duftnote eines anderen, sieht es rot und beißt alles kurz und klein. Deshalb empfiehlt der ÖAMTC: Bei Marderspuren als Erstmaßnahme sofort eine Motorwäsche durchführen, um die Duftspuren zu beseitigen. Auch ein Marderspray kann eine erste Hilfe sein.

Wer regelmäßig zwischen Marderrevieren pendelt, wird zu härteren Maßnahmen greifen müssen. Denn Wunderbäume, Hundehaare und diverse andere „Hausmittel“ helfen alle nicht, weiß ÖAMTC-Sprecherin Aloisia Gurtner. Die Pannenhilfe hat Erfahrung mit den Tierchen. „Wir hatten im Vorjahr 45.000 Panneneinsätze in Salzburg. 7 Prozent davon sind auf den Marder zurückzuführen“, sagt Aloisia Gurtner. Tendenz steigend.

Gerade in der Stadt Salzburg mit ihren Grünflächen fühlt sich das Tier pudelwohl, es hat sich gut an das Leben hier angepasst. „In der Landeshauptstadt ist er auch im Winter aktiv, wir hatten eigentlich die ganze Zeit über Einsätze. Aber jetzt im Frühling nehmen sie wieder stark zu“, so Gurtner.

Effizienten Schutz gegen Marderverbiss bieten spezielle Ultraschallgeräte (Kosten ca. 50 Euro), die man selber anschließen kann, oder Marderschutzsensoren. Diese wirken wie ein Weidezaun: Tritt der Marder auf die elektrischen Metallblättchen, bekommt er einen schmerzhaften Stoß (ca. 140 Euro, Einbau in der Autowerkstatt). Ansonsten gilt: Augen auf und auf Spuren achten.

Von Petra Suchanek

Am Bild: Unerwünschter Knabberer unter der Motorhaube: Der Marder zerbeißt vor allem im Frühjahr gerne Autokabel, wenn ein Konkurrent in sein Revier eindringt. Bild: SN-Archiv/ Getty images/Proehl