Noyoco: Es war einmal in New York

Die Salzburger Band Noyoco gibt dem Sound der Achtziger eine eigene Note. Im Jänner erschien ihre erste Single.

Sie haben nichts zu verlieren, finden sie. Da kann man gleich das Große in den Blick nehmen. „Nothing to lose“ titelt denn auch ihre erste Single, die heuer im Jänner erschienen ist. Vor drei Jahren starteten die beiden Salzburger Robert Schoosleitner und Theresa Fellner mit ihrem Projekt Noyoco.

Dieses hat seinen Ursprung in New York, und dort wollen die beiden mit ihrer Musik auch einmal Fuß fassen. Das ist ihr Traum. New York stellt für die beiden keinen mythischen Sehnsuchtsort dar, sie kennen es gut. Schoosleitner hat zweieinhalb Jahre im „Big Apple“ Schlagzeug studiert und dort auch seinen Abschluss gemacht.

Theresa Fellner besuchte ihn, sie gingen in ein Konzert von Bon Iver – das war der Schlüsselmoment für Noyoco. „Da war uns klar, das wollen wir machen. Das ist Singer/Songwriter, aber sehr elektronisch aufbereitet. So haben wir das bei uns noch nicht gehört.“

Sie studierte Jazzgesang, er Schlagzeug in New York

Zwar hatten die beiden kurz zuvor begonnen, gemeinsam Musik zu machen, die Richtung war ihnen aber noch nicht klar. Fellner ist ausgebildete Jazzsängerin. Sie mag es, wenn „Songs nicht so überproduziert sind“, sondern noch einen klassischen Aufbau haben.

Schoosleitner wiederum liebt den Synthpop-Sound der Achtziger. „Wir wollten von Anfang an nicht in die Schublade ,Musik aus Österreich’ gepresst werden oder auf den Zug von Bands wie Wanda oder Singer/Songwriter wie Julian le Play aufspringen, sondern international klingen“, sagt Schoosleitner.

Und so brachten die beiden ihre Vorlieben in Noyoco auf einen gemeinsamen Nenner. Schoosleitner ist für „das Schlagzeug, die Beats und Grooves und alles Produktionstechnische“ zuständig. „Er ist das analoge Hirn, weil ich mich mit Computern überhaupt nicht auskenne“, lacht Fellner.

Robert Schoosleitner und Theresa Fellner nennen ein Konzert von Bon Iver als Schlüsselmoment für ihre Band Noyoco. Bilder (2): Stefan Wascher

Von ihr stammen die Songstrukturen, die sie mittels Klavier und Stimme entwirft. Die große Herausforderung sei es dann, die Brücke zwischen akustischen und analogen Instrumenten zu bauen, ohne die Grundidee der Komposition zu zerschlagen, sind sich die beiden einig.

„Politisieren“ wollen die beiden mit ihrer Musik nicht, wichtig sind ihnen eingängige, tanzbare Melodien und raffinierte Beats. Mit ihrer Stimme gibt Fellner dem Duo viel Spielraum, sie funktioniert „nackt“ ebenso wie in Soundwalls eingebettet. Man hört ihr die Ausbildung an, da sitzt jeder Ton.

Dass die beiden nicht nur musikalisch ein Paar bilden, berge zwar manche Herausforderung, habe aber Vorteile, erläutert Fellner. „Wenn man sich so nahe ist, kann man beinhart ehrlich sein. In anderen Bands habe ich mich aus Höflichkeit oft zurückgehalten. Dann entgleitet dir aber der Song.“

Im April erscheint die zweite Single (vorab am Rockhouse Xtra-Ordinary-Sampler erschienen). Im Herbst kommt das Debütalbum raus. Jetzt freuen sich Noyoco erst einmal aufs Livespielen: „Es wird Zeit, Feedback zu bekommen.“ Zu hören sind sie etwa beim Record Store Day am 13. April im Musikladen Linzergasse.

Von Petra Suchanek