Elias sammelt für Schmetterlingskinder

Auch Mitschüler bringen ihm Plastikverschlüsse. Mit seiner Aktion macht der 13-Jährige auf die EB-Krankheit aufmerksam.

Dieser Bub setzt Taten. Seit drei Jahren ist der 13-jährige Elias Lazar für die Schmetterlingskinder im Einsatz. Angefangen hat er damit als Volksschüler in der VS Laufenstraße. Schon dort sammelte der junge Salzburger unter den Mitschülern die Plastikverschlüsse von Einweg-Trinkflaschen ein und trug diese säckeweise nachhause. Dass er anschließend in der Praxis-NMS in Herrnau weitermachte, war für ihn selbstverständlich. „Ich muss bald wieder einen Zettel aufhängen, damit wieder mehr Schüler Verschlüsse bringen“, meint Elias.

„Was Elias  macht, ist super“, findet Elias’ Klassenkollege Alex.  „Die Schmetterlingskinder sind die Kinder, denen die Haut abgeht, wenn man sie berührt“, erklärt Mario, der auch in die 2A geht. Klar müsse man den Schmetterlingskindern helfen. Es sei ja einfach, von einer leeren Eisteeflasche den Verschluss in die 2A zu bringen. Warum sich Elias die Arbeit macht? „Das mache ich gern. Meine Eltern und meine drei Geschwister sammeln auch“, sagt er. Auch heute wird er wieder ein Sackerl voller Verschlüsse heimtragen. Dort stehen vielleicht ebenfalls schon  volle Sammelsackerl vor der Tür. Nachbarn und Bekannte haben sich von der engagierten Familie anstecken lassen und bringen alle paar Tage Sammelgut vorbei.

„Es ist nicht viel Geld, aber immerhin ein bisschen“, meint Elias’ Vater Stefan Lazar, der auch  seinen Arbeitgeber Porsche, den Holzunternehmer Kaindl sowie Schulen und Kindergärten zum Sammeln gebracht hat und dort Sammelgut abholt.

Warum die Mühe nicht umsonst ist

Pro Tonne Plastikverschlüsse von Flaschen, Tetrapacks, Shampoo etc. zahlt eine Kärntner Entsorgungsfirma 100 Euro. Sie macht  daraus Granulat für neue Produkte. Vor einem Jahr waren es noch 300 Euro. Der Preisverfall sei  bitter, sagt Brigitte Obermüller. In Slowenien bekomme man 260 Euro, dafür fehlt den ehrenamtlichen Sammlern aber ein Transporteur. Obermüller, über die die Familie Lazar auf das Sammeln gekommen ist, holt die Säcke bei den verschiedenen  Sammlern ab und bringt sie zum Entsorger Struber nach Kuchl. Der kümmert sich die Entsorgung in Kärnten  und überweist  den Sammelerlös an das Schmetterlingskinder-Haus in Salzburg.

„Es wäre toll, wenn Tennengauer Firmen, die mit Struber zusammenarbeiten, auch sammeln würden. Sie könnten die Plastikverschlüsse gleich mitgeben, wenn der Entsorger zu ihnen kommt“, hofft Obermüller. Denn recht viel mehr an Privatfahrten schaffe sie nicht mehr. Als fünffache Mutter und Mitarbeiterin im Patientenservice im Salzburger Landeskrankenhaus (SALK) hat die Kuchlerin  genug zu tun. Warum sie sich die Mühe macht, ehrenamtlich mit ihrem Auto Säcke voller Plastikkapperl abzuholen und abzuliefern? Obermüller sieht es so: „Wir freuen uns  auch, wenn wir was kriegen.“

Bei einer Besichtigung im EB-Haus, der Spezialklinik für Schmetterlingskinder am SALK-Gelände, habe sie das Leid der kleinen Patienten gesehen. Die stundenlangen Verbandswechsel an den ständig verwundeten Hautpartien am ganzen Körper. „Was die Leute dort leisten, ist ein Wahnsinn“, meint die Kuchlerin. Die Selbsthilfegruppe DEBRA Austria ist dankbar für die Salzburger Aktion, auch wenn sie  wenig Geld bringt. Unschätzbar wichtig sei, dass Leute wie Obermüller oder die sechsköpfige Familie Lazar auf das Schicksal der Schmetterlingskinder aufmerksam machten. Das bringe viele weitere Menschen zum Spenden. Denn das EB-Haus (siehe Info unten)  existiert ausschließlich dank Spenden.

Von Sabine Tschalyj

Kontakt: Stefan Lazar, Tel. 0680-5517357.
Brigitte Obermüller, Tel. 0664-3150911.

Bild oben: Kaperl ab: Mitschüler wie Alex      und Mario  hat Elias (r.)  schon fürs Verschlüsse-Sammeln begeistert.  Bild: Sabine Tschalyj