Man kann den Insekten helfen

Das Bewusstsein in der Bevölkerungg wächst, wie wichtig Biene & Co. für Natur und Mensch sind.

Unglaubliche 1,7 Millionen Bayern unterschrieben kürzlich ein Volksbegehren zum Schutz der Bienen und Insekten. Auch in Österreich steige das Bewusstsein in der Bevölkerung, wie wichtig Insekten für Mensch und Natur sind, weiß Wildbienen-Experte Johann Neumayer.

Die Zahl der Interessierten in seinen Vorträgen sei deutlich gestiegen. Dem Aufruf zur Hummelbeobachtung im Vorjahr folgten gar 8000 Foto-Einreichungen von Naturfreunden, so Neumayer weiter.

Schmetterlinge brauchen naturnahe Lebensräume. Gift auf Feldern und in Gärten, Gülle, Rasenroboter, bedrohen unsere Insekten. Besser: Wildblumen und heimische Pflanzen sähen, „wilde“ Ecken in Gärten stehen lassen. Foto: Pixabay

Auch wenn das Insektensterben meist mit der Honigbiene in Verbindung gebracht wird, so ist diese eigentlich am wenigsten gefährdet, weil sie den Schutz der Menschen habe und große Vorräte anlegen kann. Im Gegensatz zu den meisten Wildbienenarten. Diese leisten genauso wichtige Bestäubungsarbeit, nicht nur bei unseren Obstbäumen, sondern vor allem bei den Wildpflanzen.

Ganze 696 Wildbienenarten gibt es in Österreich – und sie sind nur ein kleiner Teil der insgesamt 40.000 Insektenarten hierzulande. Diese sind etwa durch die Versiegelung der Böden und durch den Einsatz von Gülle und Pestiziden in der Landwirtschaft stark gefährdet. Auch Privatgärtner greifen gern zum Gift.

40.000 Insektenarten leben in Österreich, viele von ihnen leisten wichtige Bestäubungsarbeit. Zusätzlich zur Honigbiene gibt es hierzulande weitere 695 Wildbienenarten. Foto: Pixabay

Wie stark die Zahl der Insekten zurückgegangen ist, zeigte 2017 die Krefelder Studie. Diese rüttelte wach, immer mehr Menschen wollen Initiativen zum Schutz der Insekten. Das ist in der Politik angekommen. Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) präsentierte kürzlich einen 10-Punkte-Plan für die Stadt Salzburg zum Schutz von Biene & Co. Am 6. März gibt es dazu in der Tribühne Lehen von 15 bis 17 Uhr einen runden Tisch (danach Podiumsdiskussion mit Impulsreferaten von Daniel Pfeifenberger vom Verein „bienenlieb“ und Johann Neumayer).

Was kann jeder Einzelne tun? Gärten möglichst naturnah belassen, auf Gift und Rasenroboter verzichten, Insektenhotels aufstellen. Nicht alles niedermähen und heimische Pflanzen bevorzugen. Denn auf eine Pflanzenart kommen im Schnitt zehn Tierarten, die von oder mit dieser leben.

Wichtige Bestäuber

40.000 Insektenarten leben in Österreich. Sie leisten Mensch und Natur wichtige Dienste – und sind gefährdet. 696 Wildbienen-Arten bestäuben unsere Blumen, Sträucher, Gemüsepflanzen und Obstbäume. Die Insekten dienen der Hälfte unserer Wirbeltiere als Nahrung: Vögel, Amphibien, Reptilien, Fledermäuse leben von ihnen.

Von Petra Suchanek

 

Fotos: Pixabay