„Alle wollen YouTuber sein“

Wie ein Pongauer zum gefragten Fitnessblogger wurde. Sascha Huber fasziniert im Netz mit seiner Geschichte und seinem Körper.

Sascha Huber beim Bauchmuskel-Training, beim Armmuskel-Training, am Herd beim Braten einer proteinreichen Eierspeise. Das sehen die  280.000 deutschen, österreichischen und Schweizer Abonnenten des Radstädter Fitnessbloggers Sascha Huber. Mit „Hallo, liebe Freunde“ und einem breiten Grinsen begrüßt der durchtrainierte 26-Jährige die  wachsende Zuseherschar in seinen YouTube-Videos. Dort zeigt er, mit welchen Fitnessübungen man fit und muskulös wie er selbst werden kann.  Das Motto heißt: „Mach etwas aus dir.“

Täglich Bloggen: Studium pausiert

Eigentlich studiert Huber an der Uni Salzburg Jus. Fürs Studieren bleibt aber momentan keine Zeit. Fast täglich stellt der Blogger neue Videos ins Netz. Besonders viele Zugriffe erreichten Videos mit Titeln wie „Die zehn größten Fehler beim Trainieren“ oder „So gewinnst du beim Armdrücken“ und „So reden wir wirklich“ – der Pongauer spricht online ja reinstes Hochdeutsch.

Simon trainiert jetzt auch. Sascha fasziniert ihn. Bild: Sabine Tschalyj

Die YouTube-Videos werden millionenfach angeklickt,  inzwischen lebt der Radstädter vom Bloggen. „Ich bin jetzt eine Werbeagentur“, sagt er schmunzelnd beim Interview im Hotel Post in Radstadt. Dass er einmal mit seinem Körper Geld verdient, war in Hubers Schulzeit noch unvorstellbar. „In der Hauptschule bin ich oft gehänselt worden. Ich war der kleinste und dünnste Bub in der Klasse “, erzählt er. Mit 14 Jahren habe es ihm gereicht. Er begann zu trainieren und ist heute einer der gefragtesten deutschsprachigen Fitnessblogger.

 

Sascha Huber motiviert mit seiner Geschichte vor allem junge Burschen und Männer. Immer öfter wird der Blogger auf der Straße angesprochen. „In Geschäften reden mich dann plötzlich Burschen an. Die freuen sich total“, sagt Huber. Manche seien ganz emotional, weil auch sie gemobbt werden. Ein fitter Körper mit trainierten Muskeln sei nicht alles, mache aber vieles leichter. „Wenn du es schaffst, dich für deine Fitness zu motivieren, schaffst du noch viel mehr“, so Hubers Credo. Dass sich schon 13-Jährige  zuhause mit Liegestütz und Situps abmühen und Saschas Proteinmahlzeiten nachkochen, findet er in Ordnung. Seiner Verantwortung als Vorbild  werde er gerecht: „Ich informiere mich  wissenschaftlich, bevor ich Sport- und Nahrungstipps ins Netz stelle.“ Fitness helfe seinen Abonnenten auch bei anderen Sportarten.

Schüler eifern den Bloggern nach

Wie viel Arbeit hinter dem Bloggerjob steht, schilderte Huber  in seiner alten Schule in Radstadt. „Jeder will YouTuber werden“, hatte ihm die Direktorin erzählt und ihn zu einem Vortrag eingeladen. Was die Schülerinnen und Schüler nicht gedacht hätten: YouTuber wie Sascha Huber stehen oft schon um 5.30 Uhr auf und werken bis Mitternacht. Jedes Video soll schließlich ein  kompletter kleiner Film sein. Huber ist sich sicher: „Ich bleibe YouTuber, solange es geht. Das Ganze macht schon Spaß.“ Gerade hilft er seiner Freundin Paulina, einen eigenen Fitnesskanal aufzubauen.

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Sascha Huber mit Freundin Paulina: „Als Fitnessblogger hast du viel Arbeit.“ BILD: sascha_huber_official